Klever Wirte erteilen Hannelore Kraft wegen Nichtraucherschutz Hausverbot

Die Klever Wirte informierten jetzt Ministerpräsidentin Kraft, dass sie „Hausverbot“ habe. Die Kneipiers plakatierten aus Protest gegen das Nichtraucherschutzgesetz gegen die rot-grüne Landesregierung.
Die Klever Wirte informierten jetzt Ministerpräsidentin Kraft, dass sie „Hausverbot“ habe. Die Kneipiers plakatierten aus Protest gegen das Nichtraucherschutzgesetz gegen die rot-grüne Landesregierung.
Foto: WAZ FotoPool
Seit Mai gilt das Nichtraucherschutzgesetz, das Rauchverbot soll den Gastwirten in Kleve Umsatzeinbußen zwischen 15 und 40 Prozent eingebrockt haben. Die Reaktion der Kneipiers: Sie erteilen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft Hausverbot. Wirte aus anderen Städten wollen die symbolische Aktion unterstützen, 1500 Unterzeichner gibt es schon. Die Wirte fordern einen Bürgerentscheid.

Kreis Kleve.. „Klever Gastronomen erteilen Hannelore Kraft Hausverbot“. Diese symbolische Aktion von Klever Kneipiers gegen das absolute Rauchverbot in NRW-Gaststätten zieht Kreise. Aus Goch und dem Kreis Wesel fragten bereits Kollegen an und wollen die Sache unterstützen. In Lokalen liegen Unterschriftenlisten aus: für einen Bürgerentscheid, um das Nichtraucherschutzgesetz zu kippen. 1500 Unterzeichner gibt es schon.

Wie die NRZ berichtete, gilt das neue Gesetz seit einem Monat. In einer anonymisierten Abfrage der Klever Gaststättenbetreiber unter sich ergab, dass bis auf einen alle 15 bis 40 Prozent Umsatzeinbußen und 50 Prozent Gästeeinbußen haben und die Hälfte um ihre Existenz fürchten. Zwölf Personalkündigungen wurden bereits ausgesprochen. Zwei davon beispielsweise von Margit Arping im Haus Royen: „Ich mache jetzt morgens nicht mehr auf.“ Wenn auch manche Jüngere sich mit der Zigarette vor die Tür stellen, „die Älteren setzen sich nicht nach draußen,“ erlebte sie.

Andere Kollegen vergleichen die Fußball-Champions-League-Übertragung im frei empfangbaren TV: Nur 30 Prozent der sonst üblichen Fans kamen zum Publik Viewing.

Insgesamt reagierten die Besucher negativ auf das neue Gesetz, „auch die nicht rauchende Klientel. Weil Stammtische auseinander brechen, wenn die Hälfte permanent vor der Tür stehen müssen“, erzählt Rainer Vogt vom Coffeehouse. „Wir erleben einen Einschnitt, den viele nicht erwartet haben,“ auch er nicht, gesteht Vogt. „Wir haben den Beruf ergriffen in dem Wissen, dass Rauchen schädlich sein kann“, ergänzt Christian Mathias, Gaststätte „Zu den vier Winden“. Auch ohne Nichtraucherschutzgesetz habe der Kunde „die Entscheidung, rein zu gehen oder nicht“.

Wirte fordern Bürgerentscheid

„Sehr ärgerlich“ sei auch, dass die befragten Betriebe in den letzten Jahren zusammen 190 000 Euro – jeder zwischen 7000 und 10 000 Euro – investiert hatten in spezielle Raucher-Räume. Umsonst, seit es den generellen Nichtraucherschutz gibt. „Außerdem haben einige nie da gewesene Probleme mit der Nachbarschaft,“ dass sogar die Polizei wegen der Lärmkulisse und zertretener Kippen vor der Tür anrücken musste, so Vogt.

Die Wirte fordern besagten Bürgerentscheid. Das Hausverbot habe zwar rechtlich keine Grundlage, soll aber „die bestrafen, die uns bestrafen“. Die Wirte wollen einen „Rettungsschirm“, weil sie – im Gegensatz zu geretteten Banken und EU-Ländern – unverschuldet in Not geraten. Sie wollen steuerliche Erleichterungen und Liquiditätshilfen für jene, die in nun überflüssige Raucherzonen investierten. Sie wollen Zuschüsse für ihre Mitarbeiter, um sie zu halten, damit sie nicht der Agentur für Arbeit zur Last fallen.

 
 

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