Klever CDU immer tiefer zerstritten

Manfred Palmen ist als Beisitzer im CDU-Stadtverbandsvorstand zurück getreten.
Manfred Palmen ist als Beisitzer im CDU-Stadtverbandsvorstand zurück getreten.
Foto: Kleve
Die Partei kommt nicht zur Ruhe: Drei Mitglieder des Stadtverbandsvorstandes sind zurückgetreten. Neuer Krach um Äußerungen von Manfred Palmen

Kleve..  Die Klever CDU verstrickt sich immer tiefer in Parteistreitigkeiten. Auch vier Monate nach der Wahl des Bürgermeisterkandidaten Udo Janßen kommt die Partei einfach nicht zur Ruhe. Am Wochenende trat Manfred Palmen als Beisitzer aus dem CDU-Stadtverbandsvorstand zurück. Ein paar Tages zuvor haben bereits Michael Heyrichs als Pressesprecher und Sonja Irsch als stellvertretende Vorsitzende im Stadtverband das Handtuch geworfen. „Wir zerfleischen uns im Moment selbst“, sagt Michael Heyrichs ganz offen im NRZ-Gespräch. Er möchte, dass die CDU wieder ihren Frieden findet. Aber von Frieden sei man noch weit entfernt, so Heyrichs.

Vorwürfe und Unstimmigkeiten

Den aktuellen Höhepunkt setzt Manfred Palmen. Im Gespräch mit der NRZ sagt er, dass er es nicht erreicht habe, alle CDU-Vorstandsmitglieder für die Unterstützung von Udo Janßen zu gewinnen. Er wirft Bürgermeister Theodor Brauer, der qua Amt auch als geborenes Mitglied des Stadtverbandsvorstandes ist, eine fehlende neutrale Einstellung zum Kandidaten Udo Janßen vor. Er sei verpflichtet, sich an das Wahlergebnis der CDU zu halten und wenigstens die Neutralität zu wahren. Es könne nicht sein, dass er hinterrücks schlecht über Janßen rede. „Ich bin jetzt 70 Jahre alt. Ich habe es nicht mehr nötig, als einziges Parteimitglied Herrn Brauer in die Schranken zu weisen und ihn an seine Pflichten für die Partei zu erinnern“, sagte Palmen mit Gespräch mit der NRZ. „Theo hat zehn Jahre als Stadtverbandsvorsitzender Loyalität eingefordert - die hat er jetzt auch selbst zu bringen“, so Palmen.

Manfred Palmen sagt, dass Udo Janßen sich ordentlich als Kandidat vorgestellt habe. Er sei von einer Mehrheit der Partei gewählt worden: „Ich halte es daher auch für meine Pflicht, den Kandidaten zu unterstützen.“

Maulkorb für Palmen?

Von führenden Parteimitgliedern ist allerdings etwas ganz anderes zu hören. Es sei Palmen gewesen, der in den Vorstandssitzungen massiv gegen Udo Janßen Stimmung gemacht habe, er soll ihm sogar – gemeinsam mit Heyrichs und Herrmanns – zum Rückzug seiner Kandidatur bewegt haben.

Aloys Hermanns, Vorsitzender des Stadtverbandes, bestätigt der NRZ, dass es Meinungsverschiedenheiten mit Manfred Palmen ob seiner Aufgaben im Stadtverband gegeben habe. Herrmanns habe Palmen in einer E-Mail mitgeteilt, dass er keine Zuständigkeiten für die Öffentlichkeitsarbeit des CDU-Stadtverbandes habe. Er solle sich auf den Wahlkampf des Landrates konzentrieren. Diese Mail habe Palmen als „Maulkorb“ verstanden, so Herrmanns. Und in einem Antwortschreiben seinen Rücktritt erklärt.

Gegenüber der NRZ sagte Herrmanns, dass er sich nicht daran erinnern könne, dass Palmen in Vorstandssitzungen gegen Udo Janßen gewettert habe. Es sei bedauerlich, dass Palmen nun für den Stadtverbandsvorstand nicht mehr zur Verfügung stehe: „Ich bedauere das sehr. Der Vorstand hätte gerne seine Erfahrung genutzt.“

 
 

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