Kleinmanns war Kleves dreizehnter Schreiner

„Eine armselige Zeit war das“: Möbel-Kleinmanns-Rechnung von 1949.
„Eine armselige Zeit war das“: Möbel-Kleinmanns-Rechnung von 1949.
Foto: privat
Serie „Klever Schätze“: Werkstatt und Geschäft von Möbel Kleinmanns waren im Krieg vollständig zerbombt worden. Doch die Familie berappelte sich, trotz einer anfangs „armseligen Zeit“. Heute ist die Ausstellung 2800 Quadratmeter groß.

Kleve-Kellen..  Zwölf Schreiner gab es 1926 in Kellen. Gerhard Kleinmanns war der dreizehnte. „Damals wurden nur zwei oder drei Häuser pro Jahr in Kellen gebaut, und da fielen die dreizehn Schreiner dann drüber her, um Aufträge zu bekommen“, erzählt sein Sohn Ernst Kleinmanns, der heute rüstige 84 Jahre alt ist. „Eine armselige Zeit war das.“ Und es wurde sogar noch schlimmer. Das Wohn- und Geschäftshaus an der Emmericher Straße bekam am 7. Oktober 1944 zwei Bomben ab. „Mein Vater war etwa 250 Meter vom Haus entfernt in einem Luftschutzkeller, und als er nach dem Bombardement aus dem Keller kam, konnte er das Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite sehen – unser Haus, das dazwischen gestanden hatte, gab es nicht mehr.“

Namen hart erarbeitet

Als Einsatzleiter der Kreishandwerkerschaft wurde Gerhard Kleinmanns zunächst verpflichtet, mit seinen niederländischen Schreinergesellen – die deutschen waren ja Soldaten – in Krefeld die größte Not zu beseitigen. Sein Sohn Ernst kam mit. Manchmal fuhren sie mit dem Fahrrad nach Moers, dann mit dem Zug nach Hasselt. Endstation. Das letzte Stück liefen sie zu Fuß. „Da waren keine 50 Leute mehr in Kellen“, berichtet Ernst Kleinmanns.

Als der Krieg vorbei war, kehrten die Kleinmanns nach Kellen zurück und bauten zunächst im Reststück der Werkstatt eine provisorische Wohnung für die siebenköpfige Familie. 1952 errichteten sie das Wohn- und Geschäftshaus, das noch heute den Kern des Möbel- und Küchenhauses bildet. Zusätzlich zur Schreinerei kam der Möbelverkauf hinzu. Um die Ausstellungsfläche zu vergrößern, bauten die Kleinmanns die hinteren Hallen um und bezogen sie ins Gesamtkonzept ein, so dass sie die Fläche auf 2800 Quadratmeter ausdehnen konnten. Seit mehr als zehn Jahren führt Ernst Kleinmanns Sohn Gerd das Geschäft. Mit Erfolg: Die Möbel-Akademie Oldenburg zeichnete Möbel & Küchen Kleinmanns als 5-Sterne-Partner für die Qualität der Beratungs- und Planungsleistung aus.

„Heute stehen wir gut da“, sagt Ernst Kleinmanns. „Aber wir mussten uns unseren Namen auch hart erarbeiten.“ Völlig verändert hat sich das Kundenverhalten. Heute will selbst das Design der Schubladengriffe bedacht sein. Kleinmanns erinnert sich an andere Zeiten: „Früher kauften die Leute vielleicht einen Tisch, wenn sie Weihnachtsgeld bekommen hatten, die Stühle kauften sie später. Und viel Zeit zum Schauen hatten sie auch nicht, weil zuhause die Kinder tobten.“

 
 

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