Karlheinz Merzig wurde fristlos entlassen

Der ehemalige Klever Sparkassenvorstand, der auch für die Lightex-Kredite verantwortlich war, muss in Oberhausen gehen.

Oberhausen/Kleve. Gegen den ehemaligen Klever Sparkassenvorstand Karlheinz Merzig wurde jetzt in Oberhausen die außerordentliche Kündigung ausgesprochen. Merzig, der von 1995 bis 2001 im Vorstand der Klever Sparkasse tätig war, und danach Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberhausen wurde, soll für einen geplatzten 20-Millionen-Euro Kredit verantwortlich sein. Der Verwaltungsrat kündigte Merzig frist- und entschädigungslos. Laut eines externen Gutachtens soll der Vorstand um Merzig bei der Kreditvergabe seine Pflichten gegenüber der Sparkasse verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt wegen des Tatverdachts der Untreue.

Auch den Klevern ist Karlheinz Merzig noch ein Begriff. Merzig war bis 2001 für das Kreditgeschäft der Bank verantwortlich. In seine Zuständigkeit fiel auch die Vergabe des Kredites für das angedachte Forschungszentrum Lightex im Klever Industriegebiet. Bis heute steht das Gebäude als mahnendes Betongerippe in der Landschaft. Sparkassenchef Rudi van Zoggel betonte auf NRZ-Anfrage, dass Merzig seinerzeit nicht aufgrund dieser Kreditvergabe gehen musste. Der Vorstandsposten bei der Sparkasse Oberhausen sei sehr attraktiv gewesen und deshalb sei er gegangen. Kritiker sehen dennoch einen Zusammenhang zwischen der Lightex-Pleite und dem Fortgang Merzigs. Nach unbestätigten Angaben soll die Klever Sparkasse mit dieser Kreditvergabe Millionen in den Sand gesetzt haben.

Heute spiele das Lightexgebäude in den Bilanzen der Sparkasse Kleve keine Bedeutung mehr, sagt van Zoggel. Aktuell gebe es wieder einen Interessenten für die Immobilie.

Die Sparkasse lässt übrigens alles zwei Jahre den baulichen Zustand des Betongerippes überprüfen. Bislang sei nichts zu beanstanden. „Auf Dauer geht das so aber nicht weiter“, so van Zoggel.

 
 

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