Kampf der Kloake

So präsentierte sich der Spoykanal gestern in Bereich der Hochschule.
So präsentierte sich der Spoykanal gestern in Bereich der Hochschule.
Foto: NRZ
Der Spoykanal ist ziemlich verdreckt. Die USK hat noch keine gute Lösung gefunden

Kleve..  Das mit dem Wohnen und Leben am Wasser ist so eine Sache. Die Stadt Kleve setzt zurzeit alles daran, die Innenstadt zum Spoykanal zu öffnen. Am Opschlag sind nette Cafés und Restaurants entstanden, die Hochschule lädt zum Flanieren ein und auch am Hotel und der künftigen Voba-Zentrale soll man nett sitzen können. Eigentlich eine prima Idee – nur der Spoykanal möchte sich nicht von seiner schönsten Seite zeigen.

Im Gegenteil. Der Spoykanal gleicht zurzeit einer „Kloake“, wie es das CDU-Ratsmitglied Edmund Ricken in der jüngsten Umweltausschusssitzung formulierte.Und er möchte – genauso wie die anderen Ratskollegen – das sich jetzt endlich an diesem Zustand etwas ändert: „Wir haben den Opschlag optimiert und müssen jetzt alles versuchen, dass die Besucher von Kleve nicht in eine Kloake gucken müssen“, sagte Ricken. Er forderte Konzepte, einen Finanzrahmen und einen Zeitplan, um das Problem in den Griff zu bekommen. „Der Spoykanal rückt in den Fokus. Wir müssen eine zufriedenstellende Lösung finden“, so Ricken.

USK hat kein Konzept

Wie soll man den Kanal säubern? Und vor allen Dingen: Wer soll ihn säubern? Über diese Frage hat Rolf Janssen, Geschäftsführer der Klever Umweltbetriebe (USK) lange gegrübelt. Es sei juristisch nicht so einfach zu klären, wer für den Unterhalt des Gewässers zuständig ist: die Stadt, das Land, die Bezirksregierung oder der Deichverband? Nach der Prüfung stehe nun fest, dass es sich beim Spoykanal zwischen dem Klever Hafen und der Innenstadt nicht mehr um eine Bundeswasserstraße handelt: „Wir sind also aktuell zuständig“, sagte Janssen im Umweltausschuss. Allerdings habe auch der Deichverband eine Unterhaltungspflicht. Diese beziehe sich aber nicht auf die Reinigung des Gewässers, sondern nur auf die Sicherung der Böschungen.

Die USK sei bemüht, den Spoykanal regelmäßig zu reinigen, sagte Janssen. Doch der Unrat sei nicht so einfach zu entfernen. Es handele sich um Totholz, Laub, Rasenschnitt, Algen, aber auch Plastikabfälle. „Der optische Eindruck ist nicht schön“, gibt Janssen zu. Bislang habe man versucht, den Dreck mit einem Spülwagen abzusaugen und von Booten aus den Unrat per Hand entfernt. Was allerdings sehr aufwändig sei. Ein Bagger sei bei der steilen Böschung schlecht einsetzbar. Ein bis zwei Mal im Jahr reinige man vom Schiff aus, 2 bis 3 Mal im Jahr mit einem Bagger und Mähkorb. Die Kosten betragen 5000 bis 7000 Euro.

„Wir überlegen uns im Moment ein Konzept“, sagte Janssen. „Wenn uns was einfällt, wissen wir noch nicht.“ So einfach wollte die Politik den USK-Leiter allerdings nicht entlassen: „Was wollen sie denn jetzt tun?“, fragte CDU-Mann Edmund Ricken. Die Reinung sei auch eine Frage der Kosten, so Janssen. Aber auch des Anspruchs: „Welche Qualität will ich haben?“ Der USK-Leiter versicherte, dass man das Problem nicht vor sich herschieben werde.

 
 

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