Kalkarer neuer Marktplatz eingeweiht

Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool
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Kalkar.. Die Neugestaltung des Kalkarer Marktes sollte eigentlich für Barrierefreiheit sorgen. Doch Rollstuhlfahrer zeigen sich enttäuscht. Die Wege seien zu schmal, so die Kritik. Gefeiert wurde die Neugestaltung mit dem Fest: Kalkar in Blüte.

Bei strahlendem Sonnenschein eröffnete Bürgermeister Gerhard Fonck gestern den neu gestalteten Markt. „Der Markt ist einer der wichtigsten Plätze in Kalkar“, so Fonck. „Hier ist und bleibt der Mittelpunkt.“ Begonnen habe alles 2008 mit einem Gutachten, in dem es um die Frage ginge, wie Barrierefreiheit erschlossen werden kann. „Von vorneherein war klar, dass der Reinkiesel nicht angetastet werden kann“, sagt der Bürgermeister. Dass das allerdings weiterhin Probleme für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen-Schieber macht, wurde offenbar nicht gelöst. Die NRZ hörte sich um.

„Die Neugestaltung des Marktplatzes geht völlig am Ziel vorbei. Für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen hat sich gar nichts geändert“, findet Ingo Meyer aus Kalkar, der selbst im Rollstuhl sitzt. „Die Wege sind ein bisschen schmal, ansonsten finde ich die Neugestaltung ganz okay. Die Wege hätten aber farbig markiert sein sollen und man hätte einen Weg über den Markt planen sollen – vor allem für Rollatoren“, findet Sonja Senger aus Appeldorn.

„Die Terrassen sind jetzt behindertengerecht. Der Platz nicht“, meint Frank Thon, Pressesprecher SPD Kalkar. Und weiter: „Wir als Kommune sind dazu verpflichtet, dass Behinderte am öffentlichen Leben teilnehmen können.“ Behinderte könnten klagen, sollte dies nicht der Fall sein.

Michael Krengel hat dagegen ein anderes Problem: „Aus verkehrstechnischen Gründen finde ich die 60 Zentimeter hohen Poller nicht gut. Dafür, dass hier jetzt Parkplätze sind, sieht man die Poller schlecht.“ Dass der Marktboden liegen bleibt, kann er jedoch annehmen. „Das hat mit dem Denkmalschutz zu tun.“

Manchen gefällt die Neugestaltung aber auch: „Die Terrassen sehen besser aus als vorher“, findet Cor Kersten aus Nimwegen, der alle 14 Tage nach Kalkar kommt. Auch Monika Zimmer, die auf dem Markt Bunzlauer Keramik verkauft, findet die Neugestaltung schön.

Neben der Eröffnung des Marktes gab es passend zum Motto „Kalkar in Blüte“ auch den 22. Blumenmarkt. Von Blumen aus Pappe, über blüten-bedruckte Schals bis hin zu echten Pflanzen war alles dabei. Besonders beliebt seien gerade momentan Tomatenpflanzen, aber auch Baumpfingstrosen, die später riesige Blüten kriegen, so Theo Keyzers aus Goch.

Manch einer funktionierte bei der großen farbenfrohen Auswahl kurzerhand den Kinderwagen zum Blumenwagen um – schieben ließ es sich wahrscheinlich leichter.

 
 

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