Kalkar ist die Künstlerstadt am Niederrhein

Die Kunstakademie Kalkar nimmt ihre Arbeit auf.
Die Kunstakademie Kalkar nimmt ihre Arbeit auf.
Foto: NRZ
Die Kunstakademie Kalkar startet. 15 Kurse mit Profikünstlern sollen Leute aus ganz Deutschland an den Niederrhein locken

Kalkar.  Vor ungefähr 80 Jahren gab es schon mal etwas Ähnliches. Da gründete Professor Grund, Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie, in Kalkar eine Sommerakademie. Wenn jetzt der Katalog der neugegründeten „Kunstakademie Kalkar“ mit einem Vorwort des berühmten Künstlers Markus Lüpertz beginnt, schließt sich der Kreis. Denn Lüpertz war bis 2009 Rektor eben dieser Düsseldorfer Kunstakademie.

Nur, dass es diesmal nicht Studenten sind, die mit ihren Staffeleien in Kalkar einfallen, sondern Leute von nah und fern, die gerne mal intensiv mit Profis arbeiten möchten. „Wir wollen den Teilnehmern die Möglichkeit bieten, selbst Kunst auf hohem Niveau zu bilden“, formuliert Prof. Dr. Herbert Hockauf, Vorsitzender der Kunstakademie und im Hauptberuf Leiter des Steinbeis-Instituts NRW. Die Preise für die Teilnehmer bewegen sich zwischen 180 und 700 Euro. Dafür kommen Künstler, die teilweise an Hochschulen unterrichten, für einige Tage nach Kalkar und arbeiten mit den Teilnehmern in kleinen Gruppen. Es gibt Malkurse, vom Phantastischen Realismus über Aktmalerei bis zu freier Malerei, Workshops zur Drucktechnik, zu Bildhauerei, Kunsttherapie und Skulpturmodellierung. Der berühmte Fotograf Klaus Tamm wird einen Kurs zu seinem Fachgebiet, der Naturfotografie, abhalten. Auch Lüpertz selbst erwägt, in Zukunft mal einen Kurs in Kalkar durchzuführen.

„Wir hatten schon Anmeldungen, bevor der Katalog vorlag“, erzählt Hans-Hermann Bottenbruch, der gemeinsam mit Harald Rickes die Galerie Hof Nr. 3 und die Kunsthalle in der Monrestraße betreibt. Die Idee zur Kunstakademie kam beim Warten aufs Essen. Denn weil das Restaurant noch geschlossen war, vertrieb sich Herbert Hockauf die Zeit in der Galerie Hof Nr. 3, und gemeinsam kam man auf die Idee, die Tradition neu und anders wiederzubeleben. Wichtiger Punkt dabei: Keiner der Beteiligten hatte Lust, die berüchtigten Klinken zu putzen und Sponsorengelder einzuwerben. Und öffentliche Gelder waren von der klammen Kommune ohnehin nicht zu erwarten.

Die Akademie soll sich selber tragen. Dazu ist sie als gemeinnütziger Verein konstituiert, der im Nebeneffekt die wunderbaren Räume des Beginenhofs mit Leben füllt. Lobende Worte findet auch Bürgermeisterin Dr. Britta Schulz: „Das ist schon eine ziemlich einzigartige Bereicherung für Kalkar.“

 
 

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