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Jäger blasen zur Gegenwehr

Jäger blasen zur Gegenwehr

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Foto: dpa
Höchst umstrittener Gesetzentwurf zur Verschärfung des bestehenden Jagdrechts NRW bringt auch Kreisjägerschaft Kleve auf

Kreis Kleve. 

Die Jäger – NRW-weit und auch im Kreis Kleve – sind alarmiert. Befürchten durch die geplante Novellierung des Landesjagdrechts in NRW das endgültige Halali, sprich: Aus für Hege und Jagd, wie sie sie kennen. Gerade erst hat die Landesregierung ihren zweiten Kabinettsbeschluss (am Dienstag, 18. November) dazu getätigt. Soll heißen: Der höchst umstrittenen Gesetzentwurf wurde verabschiedet. Nach wie vor fordern die zehn jagdlichen Partnerverbände im ländlichen Raum Sachlichkeit beim nun folgenden Gesetzgebungsverfahren zur Novellierung.

Auch die Kreisjägerschaft Kleve (kjs) beteiligt sich an den heftigen Protesten gegen die Novellierung und „bläst zur Gegenwehr“ wie es auch auf der Homepage (www.kjs-kleve.de) beschrieben steht. Es sei nicht hinnehmbar, dass ein „völlig willkürlicher Gesetzesentwurf für den Umgang mit der Natur“ vorgelegt würde, der in einigen Punkten sogar „gefährlich für unsere Natur werden kann“. Jäger seien der größte Regulator für den Erhalt einer Biodiversität.

Die Grünröcke wehren sich u.a. gegen folgende Punkte im geplanten neuen Jagdgesetz NRW: Fütterungsverbot des Wildes in Notzeiten; Kirrverbot bei der Wildschweinbejagung (Lockfütterverbot); Abschussverbot von verwilderten Katzen; erhebliche Reduzierung des Katalogs jagdbarer Tierarten; Auswilderungsverbot frei lebender Tierarten und vieles mehr. Auch fordern die Kreis Klever Grünröcke, dass die Fang- und Baujagd auf Raubwild als angewandter Naturschutz gesichert werden müsse. Denn es gibt im Kreis kaum mehr Niederwild (Fasane, Feldhasen, Rebhühner etc…). Dafür sind die Schuldigen nach Ansicht der Grünröcke längst ausgemacht: so u.a. die intensive Landwirtschaft.

Ein Keppelner Grünrock, der selbst Landwirt ist, verriet der NRZ: „Junghasen kriegen dreimal hintereinander von uns Gülle auf den Kopp, dat schaffen die Jungtiere nicht. Und dann kommen später die riesigen Erntemaschinen und Häcksler, die erledigen den Rest. Da wird nix mehr groß.“

Genug für Krähen

So haben zumindest Möwen und Krähen genug zu fressen. Ein anderer Schuldiger, der ausgemacht wurde, geht auf vier Beinen: der Fuchs. Von ihm und anderem Raubwild gäbe es jede Menge. Nur mit sachgerechter Baujagd könne man den Bestand unter Kontrolle bringen und das wenige Niederwild, das es noch gibt, schützen. Und eben auch mit der Fallenjagd. Gegenüber der NRZ erklärte aber ein Klever Jäger, der sich mit der Fallenjagd auskennt und nicht genannt werden möchte, dass er der Verschärfung der Jagd in dieser Beziehung zustimme: „Es sollen nach der Novellierung des Landesjagdgesetzes nur noch Lebendfallen erlaubt sein. Richtig so – alles andere (die Totschlagfalle) ist bestialisch!“

In einem wichtigen Punkt hatten die Proteste u.a. der kjs-Kleve Erfolg, wie der Keekener Grünrock Volker Gellert berichtet: „Verbände sollen auf ihren Grundstücken die Jagd aus ethischen Gründen nicht verbieten können, wie es ursprünglich geplant war. In unserer Region ernüchternd für den Nabu (Naturschutzbund), der ja im Bereich der Düffelt einige Grundstücke besitzt.“

In einem gemeinsamen Positionspapier fassen übrigens alle Jäger/Jagdverbände die Erwartungen der Betroffenen im ländlichen Raum mit Blick auf ein neues Jagdgesetz in NRW zusammen. Das vollständige Positionspapier kann jeder Interessierte unter www.ljv-nrw.de einsehen. Dort können Besucher und Interessierte die Verbändeforderungen auch durch ihre eigene Unterschrift unterstützen.