iPads für alle Ratsleute

Bedburg-Hau.  . „Es ist eine Revolution, von der die Bürger nichts mitbekommen“, sagt Michael Hendricks von der FDP-Ratsfraktion. Die Parlamentarier in Bedburg-Hau hantieren nur noch auf besonderen Wunsch (oder als sachkundige Bürger) mit Papier, ansonsten digital. Sie bekommen dafür Computer-Tablets. Jedes Jahr werden für den Gemeinderat in Bedburg-Hau tausende Blätter Papier bedruckt, meist weiße, aber auch farbige Pläne – jeder Antrag, jede Mitteilung, jedes Protokoll für jeden Fachausschuss, oft noch mal für den Rat. Papier, Druck, Versand, Entsorgung, das kostet. Die FDP beantragte, damit aufzuhören. Dem stimmte der Rat Donnerstagabend zu. Die Kommunalpolitiker werden jetzt mit iPads ausgerüstet.

33 „Apple iPad Air WiFi 16 GB“ werden für 26 Ratsmitglieder, fünf Verwaltungsleute und ein Ersatzgerät für 12 810,27 Euro angeschafft. Software liefert das Kommunale Rechenzentrum (einmalig 3200 Euro). Berechnet werden 12 Cent pro Einwohner Entgelt Sitzungsdienst, für die App 5 Cent pro Einwohner, macht 2200 Euro. Bei einer Nutzung über fünf Jahre beträgt der Abschreibungsaufwand 2562 Euro. Gesamt pro Jahr für Rat- und Ausschussarbeit 4800 Euro. Eine Gegenrechnung in Papier machte die Verwaltung – noch – nicht auf.

Für die CDU erweiterte Silke Gorissen den Antrag: die Bürger sollten im Ratssaal digital per Leinwand während der Sitzungen informiert werden, worum es gerade geht. Die SPD regte freien WLan-Zugang (kostenloses Internet) im Ratssaal an. Die Verwaltung prüft die Kosten für beide Zusatzanträge.

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