In Stein gegossen

Der Haupteingang des neuen Klever Rathauses.
Der Haupteingang des neuen Klever Rathauses.
Foto: NRZ
Der Rat der Stadt Kleve hat sich gestern Abend für den Klinkerstein des neuen Rathauses entschieden. Es wird ein dunkler Brand: Toulouse-Tobacco

Kleve.  Es wird ein dunkler Klinker. Der Rat der Stadt Kleve hat sich gestern Abend mit einer knappen Mehrheit für einen dunkel-violetten Stein entschieden, der künftig die Fassade des neuen Klever Rathauses zieren soll. Mit dem Votum von CDU, FDP, Grünen und einem OK-Mitglied gab es 22 Zustimmungen. Zwei CDU-Stadtverordnete stimmten für einen rötlichen Klinker und 18 Ratsmitglieder (SPD, OK und zwei Grüne) enthielten sich der Stimme.

Es wurde im Rat kontrovers diskutiert. Denn die vom Architekturbüro Asdok vorgestellten Varianten fanden nicht die ungeteilte Zustimmung. Wiltrud Schnütgen (Grüne) befürchtete, dass der dunkle Bau „Depressionen“ in Kleve auslösen könnte. Und auch Petra Tekath, Fraktionsvorsitzende der SPD, macht keinen Hehl daraus, dass ihre Partei nicht überzeugt ist: „Uns begeistert weder A noch B, beide sind zu dunkel.Wir vermissen das Helle, das Freundliche, das Anlockende“, sagte sie.

Nicht depressiv

Architekt Andreas Kühn erklärte dem Rat die Beschaffenheit der Steine. So erhalte der Kopfbau des Rathauses eine glatte Oberfläche, während die Oberfläche des Ratsaalgebäudes reliefartig sei. Hierdurch wolle man ein gewisses Spiel mit den Materialien erzeugen. Der Architekt hatte eine deutliche Präferenz für den dunklen Klinker erkennen lassen: Er strahle Ruhe, Kraft und Souveränität aus. Kühn entgegnete den Kritikern: „Was ich ihnen verspreche: Wir bauen kein Rathaus, das depressiv macht. Da brauchen sie keine Sorge zu haben.“

Wolfgang Gebing (CDU) betonte für seine Fraktion, dass es keine einheitliche Meinung gebe, aber eine überwiegende Mehrheit für die dunklere Klinkervariante. Die Offenen Klever waren mit dem Prozedere der Auswahl nicht einverstanden. Die Vorstellung der Steine sei zu kurzfristig angesetzt worden, so Fabian Merges. Die FDP war froh, die Debatte endlich zu beenden.

 
 

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