Imbiss in Waggon und auf Booten

Von Astrid Hoyer-Holderberg
Ein Imbiss-Waggon steht jetzt an der Hochschule: Gestern früh war er noch grün, wird aber knallrot werden. Eröffnung in zwei Wochen.
Ein Imbiss-Waggon steht jetzt an der Hochschule: Gestern früh war er noch grün, wird aber knallrot werden. Eröffnung in zwei Wochen.
Foto: Kleve
Originelle Gastronomie wächst in Kleves Unterstadt – erst Schiene, dann Kanal

Kleve.  Imbiss in einem Eisenbahnwaggon, Kaffee in einem Fährkahn und Eis auf einem Aluminium-Ponton – nach und nach wachsen originelle Gastronomie-Angebote in Kleve. Den Start macht das Gefährt auf der Schiene.

Seit dieser Woche steht der Eisenbahnwagen am Draisinenbahnhof Kleve-City nahe der Hochschule am Hokovit-Parkplatz. Er wird Kiosk und kleines Restaurant sein. Nun verwandeln Handwerker das Zugabteil von Grün in frisches, auffallendes Karmin-Rot – „wie die Rhätische Bahn“, sagt Frank Vierboom. Der erfahrene Koch und Gastgeber im Caféhaus Niederrhein am Kranenburger Draisinenbahnhof hatte das seit Juni vorigen Jahres geplant. Problem war, einen Kran mit dem tonnenschweren Eisenbahnteil über die frischen Pflastersteine am Hokovit-Parkplatz zu bekommen. „Es klappte einfacher als gedacht“, so Vierboom. Nachts rollte der Schwertransport an, trug seine Fracht übers Hochschulgelände und setzte sie präzise ab, freut sich der Betreiber. Nun folgen noch ein paar Behördengänge und es müssen Gas-, Wasser-, Stromanschlüsse installiert werden. „Etwa in 14 Tagen wird eröffnet“, kalkuliert Draisinen-Geschäftsführer Willibrord Haas.

Der Imbiss-Waggon ist der selbe, der bisher in Kranenburg stand, sich allerdings dort nicht rentierte. Somit ist er bereits fertig eingerichtet – zwölf bis 16 Plätze kann es drinnen neben der Pommes- und Snack-Küche geben, draußen werden Stehtische aufgebaut, Anzahl je nach Bedarf. Geöffnet wird der Waggon täglich mittags bis abends. Wie lange, das werden auch die Studenten durch ihre Nachfrage mit bestimmen. Zwei fest angestellte „Imbissdamen“ sind als Personal vorgesehen, sagt Vierboom. Ob der Imbisswaggon auch in Kleve den Namen „Gleis 2“ behält, ist noch nicht klar.

Wohl bis Sommer oder Herbstsemester 2014 dauert es, bis auf dem Kermisdahl zwei Restaurant-Schiffe auf Dauer anlegen. Die Hochschul-Präsidentin Prof. Klotz wolle alle Ideen unterstützen, die Stadt attraktiver zu machen, damit es keinen „Shitstorm“ (Empörungswelle) auf Twitter gebe, dass Kleve zu langweilig für Studenten sei. Das erzählt Peter Ringsgwandl und kann tatkräftig für Abhilfe sorgen. Er ist Geschäftsführer bei „Coe-nen Yacht and boats“ und wird im Auftrag eines privaten Investors eine Aluminium-Lokalität auf einem Alu-Ponton errichten. „Größe, Form und Design existieren erst als Skizzen“ und werden mit Ämtern und den Ruderern der Wassersportvereine abgestimmt. Einen Pächter – erfahren in Sachen Gastronomie im Kreis Kleve – gibt es schon. Die Bauzeit fürs Boot dauert etwa sechs Monate. Länger währt der Genehmigungsweg, dem Schiff einen Liegeplatz an der Hochschule zu sichern. Ganz in der Nähe soll auch ein zweiter Gastronomie-Fährkahn liegen, den ein anderer Investor bei Bootsbauer Coenen/Ringsgwandl überholen lässt.