Im Zentrum der Macht

Die Hand-Haltung von Angela Merkel hat sie ja schon angenommen: Barbara Hendricks hat innerhalb der SPD eine gewichtige Stimme.
Die Hand-Haltung von Angela Merkel hat sie ja schon angenommen: Barbara Hendricks hat innerhalb der SPD eine gewichtige Stimme.
Foto: dpa
Die Zeichen stehen auf Große Koalition. Ronald Pofalla und Barbara Hendricks spielen in Berlin eine wichtige Rolle. Hat der Kreis Kleve Chancen auf zwei Minister?

Kreis Kleve.  Ronald Pofalla denkt über ein Ministeramt „zurzeit noch nicht nach“. Am Wahlabend wollte der Kanzleramtschef noch nichts von einer künftigen Ministerverantwortung hören: Erst einmal den Wahlsieg genießen. Und den Sonntagabend verbrachte Pofalla gemeinsam mit der Kanzlerin beim Abendessen. Viel näher an der Macht kann man nicht sein.

Im Kreis Kleve rechnen viele CDU-Spitzen damit, dass „der Ronald“ auf jeden Fall einen Ministerposten in Berlin bekleiden wird. Manfred Palmen sieht ihn als Innenminister. „In der jetzigen Koalition gibt es einigen Unmut über Herrn Friedrich. Vieles spricht dafür, dass Pofalla ein guter Innenminister wäre. Er hat mit dem Kanzleramt und den Posten des Generalsekretärs bereits zwei sehr schwierige Ämter ausgefüllt. Er hat jetzt viele Erfahrungen gesammelt und er wäre gewiss ein guter Innenminister für Deutschland.“

„Barbara steht zur Verfügung“

Und: Läuft es auf eine Große Koalition hinaus? „Das wird ganz schwierig werden. Die SPD muss sagen, was sie will.“ Hätte Barbara Hendricks eine Chance auf einen Ministerposten? „Nein. Ich glaube nicht, dass sie in einem Kabinett Merkel-Gabriel eine Chance hat. Da gibt es in der SPD noch andere Kaliber. Sie wird Bundesschatzmeisterin bleiben.“

Die SPD-Politikerin weiß sich auf jeden Fall gut in Szene zu setzen. Im Fernsehen ist sie immer in der Nähe der Spitzenpolitiker zu sehen. Auch den Wahlabend verbrachte Hendricks im Kreise der „engeren Parteiführung“, wie sie sagte. Der SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Roland Katzy sieht sie durchaus auf einem Ministerposten: „Die SPD ist bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Und Barbara stellt sich für ein Ministeramt zur Verfügung. Sie hat bewiesen, dass sie einiges kann.“

Barbara Hendricks selbst möchte über ein Ministeramt noch gar nicht nachdenken: „Ich spekuliere nicht. Das wäre ja auch Quatsch. Diese Diskussion ist Unsinn.“ Für sie ist überhaupt noch nicht klar, ob die SPD mit der CDU koalieren kann. „Wir werden uns erst am Freitag in einem kleinen Parteitag darauf verständigen, wie es weitergeht.“ Wenn man Gespräche mit der CDU führen wird, werden diese mit einem offenen Ende geführt. Hendricks hält die Klärung von strittigen Sachfragen für besonders wichtig. Sie selbst wird an möglichen Sondierungsgesprächen mit der CDU teilnehmen, sagt sie im NRZ-Gespräch.

 
 

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