Ich baue mir ein Rathaus

Max Knippert und Marko Berg arbeiten an der Installation „Rathaus24 – Denk mal für die Stadt“.
Max Knippert und Marko Berg arbeiten an der Installation „Rathaus24 – Denk mal für die Stadt“.
Foto: WAZ FotoPool
Künstler Max Knippert errichtet zurzeit auf dem Minoritenplatz sein eigenes, kleines Rathaus. Am Samstag lädt er alle Bürger zur Diskussion ein – rund um die Uhr

Kleve..  Max Knippert und Marko Berg sind früh unterwegs. Um 8 Uhr starten sie auf ihrer Baustelle auf dem Minoritenplatz. Fast unbemerkt haben die beiden Aktionskünstler eine aufwändige Holzkonstruktion geschaffen – es soll das neue Rathaus für Kleve werden. Das „Rathaus24“, in dem Knippert eine Woche lang mit den Klever Bürgern ins Gespräch kommen möchte, um über den Bau des neuen Verwaltungsgebäudes zu sprechen, über das Werkstattverfahren und die Ideen der Bürger: „Es soll ein Begegnungszentrum für Stadtgespräche werden“, sagt der Aktionskünstler aus Kleve.

Überraschung am Rathaus

Max Knippert ist für Überraschungen gut. Bereits mit seiner Bürgergarten-Aktion am Haus Koekkoek hat er für viel Aufsehen gesorgt. Jetzt ist es das „Rathaus 24“, das für eine hohe Aufmerksamkeit sorgt. Dass Max Knippert auf dem Minoritenplatz aktiv ist, hat die Stadtverwaltung lange Zeit gar nicht gewusst. Das Projekt wird vom Berufsverband Bildender Künstler (BBK) organisiert und finanziell mit 2000 Euro unterstützt.

Mit diesem Geld kommt Knippert allerdings nicht aus: Das schwere Konstruktionsholz und die weiteren Materialien sind deutlich teurer. Der Künstler macht dafür sogar privat ein paar Miese. Aber ihm ist die Aktion wichtig, Knippert ist in diesem Punkte ganz Idealist: „Ich möchte gerne noch einmal die Geschichte des Werkstattverfahrens erzählen.“ Knippert betont, dass er keine weitere Fronten aufbauen möchte, sondern sein Wunsch sei es, dass man zum Abschluss des Rathauses noch einmal einen runden Tisch hinbekommt.

Das Aktionshaus soll eine Woche lang auf dem Minoritenplatz stehen bleiben. Knippert möchte hierin die Pläne des neuen Rathauses zeigen, die ursprünglichen Varianten darlegen und mit vielen Leuten sprechen. Bereits am ersten Tag seien gut 25 Leute mit ihm ins Gespräch gekommen, die interessiert zugesehen haben, was die beiden Handwerker an zentraler Stelle gerade errichten.

Max Knippert könnte sich gut vorstellen, dass Aktionshaus auch länger als eine Woche auf dem Minoritenplatz stehen zu lassen. Das Haus wird übrigens verkleidet mit den alten Holztüren der Stadtverwaltung. Knippert hat sich gut 80 Türen gesichert, diese werden die Wände des Rathauses darstellen. „Man kann immer hineingehen.“

Knippert lädt rund um die Uhr ein. Morgens bietet er einen strammen Max und mittags eine Bohnensuppe.

 

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