i-Pads erweitern das Lernerlebnis an Gocher Gesamtschule

Das i-pad soll an der Gocher Gesamtschule Mittelkreis zum Unterrichtsinstrument werden.
Das i-pad soll an der Gocher Gesamtschule Mittelkreis zum Unterrichtsinstrument werden.
Foto: Christoph Karl Banski
Gesamtschule Mittelkreis Goch steht vor der Entscheidung, die handlichen Tablet-Computer im Unterricht einzusetzen – Meinungsbildung bis zum Sommer

Goch..  „Das i-Pad ist wie geschaffen, die Bildungslandschaft zu verändern“, mit Apps und Tunes und e-Books. Das sagte Erich Jännert, stellvertretender Schulleiter der Gesamtschule Mittelkreis, bei einem Elterninformationsabend: „I-Pads erweitern das Lernerlebnis.“ An der Gocher Schule könnten die Tablet-Computer als Unterrichts-Instrument Wirklichkeit werden. Die ersten Fünferklassen probieren sie schon (wie die NRZ im Juni berichtete). Nun wurden über einige Stunden dem Lehrerkollegium und dann vier volle Stunden den interessierten Eltern Argumente in Wort und Bild vorgestellt.

Apple-TV

„Eine Informationsbasis für Sie, sich eine fundierte Meinung zu bilden“, warb Schulleiterin Dr. Karin Teetzmann. Denn Lehrer, Eltern und Schülerverwaltung werden entscheiden: Soll die Schule das passende Apple-TV (zum seit zehn Jahren installierten Apple-System) und i-Pads anschaffen? Wollen die Eltern i-Pads für ihre Kinder kaufen oder leasen (17 bis 22 Euro incl. Versicherungen). Zurzeit wird heftig debattiert. Lehrer werden im Frühjahr bei Workshops probeweise Erfahrungen sammeln.

800 Schulen in Nordrhein-Westfalen nutzen bereits diese handlichen Geräte. Als Verfechter der neuen Technologie kamen Referenten nach Goch, die die kabellosen Mini-Computer längst im Unterricht anwenden. Mehr Lernhilfen, mehr kreative Produktivität, mehr Motivation, einfachere Verwaltung der eigenen Texte und Grafiken, umfassendere Referate, weniger Hefte und Bücher – denn viele stecken bereits im 300 Gramm leichten Gerät – und vor allem: mehr Spaß am Lernen. Das soll für die Schüler drin sein. Aus Sicht des Lehrers wird Erdkunde interaktiv, Geometrie plastisch, Mathematik lebendig, der Chemie-Versuch sicher, jedes „Tafel“-Bild speicherbar, werden Sport-Sequenzen mitgefilmt, bekommt jeder Schüler individuelle Aufgaben. Und jedes kranke Kind kann die verpasste Stunde im Bett nachlesen.

Grundschullehrerin Steffi Welzel aus Essen (Dionysiusschule) zeigte am Beispiel eines 2. Schuljahres, dass man i-Pads nicht wie Computerräume volle 45 Minuten nutzt, sondern immer wieder zwischendurch, in Arbeitsgruppen, „zu 95 Prozent erarbeiten die Kinder den Unterrichtsstoff allein.“ Das Gerät sei „didaktisch sinnvoll“. Mit ihm bewiesen auch Schüchterne dem Lehrer ihr Können.

Referent Peter Patten aus Düsseldorf erzählte vom Mathe-Test, der parallel in zwei höheren Klassen geschrieben wurde. In der einen bestanden 55 Prozent, in der Klasse mit i-Pad-Unterricht bestanden 99,5 Prozent der Schüler den selben Test. Das spielerisch motivierte Selber-Tun, das Lösungsweg-Wiederholen-Können zahle sich aus. Und: Lehrer sperren für Klassenarbeiten bestimmte Funktionen, damit keiner schummelt. Im Übrigen sei der Tablet-Computer auch für Blinde sinnvoll nutzbar ist

Den Kindern Medienkompetenz beizubringen, sie realistisch aufs Arbeitsleben vorzubereiten war der Ansatz von Jens Schunke-Galley, Gymnasiallehrer für Sport und Geschichte an der Gesamtschule Eckenhagen. Nach zwei Jahren i-Pad-Nutzung ergaben dort Elternumfragen, dass ihre Kinder selbstständiger, motivierter lernten und verantwortungsvoll mit dem teuren Gerät umgingen. Was Gerd Pothmann von der Firma „mobiles lernen“ bestätigte: Es gebe selten Schadensmeldungen oder Diebstähle.

Oliver Leukers, Jahrgang 11, stellte diese Woche die Neuigkeiten in der Schülervertretung der Gesamtschule vor. „Der mediale Fortschritt ist nicht mehr weg zu denken“, sagt der 16-Jährige. „Mit einem i-Pad lernen wir Kompetenzen, die man im Leben braucht.“

 
 

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