Hochschulen wollen Bahnstrecke

Mit kleinen Zügen könnte man die Bahnstrecke Kleve - Nimwegen reaktivieren.
Mit kleinen Zügen könnte man die Bahnstrecke Kleve - Nimwegen reaktivieren.
Foto: NRZ
Die Hochschule Rhein-Waal und die Radboud-Universität Nimwegen wollen aktiver für eine Wiederaufnahme der Bahntrasse Kleve-Nimwegen einsetzen

Kleve..  Die Hochschule Rhein-Waal und die Radboud Universität in Nimwegen wollen sich künftig stärker für die Reaktivierung der Bahnstrecke Kleve-Nimwegen einsetzen. Dies deutete die Klever Hochschulpräsidentin Dr. Heide Naderer an. Naderer hat bereits einen Resolutionstext für die Hochschulen erarbeitet, der auch von der Radboud-Leitung unterschrieben werden wird. Der Klever Hochschule sei sehr daran gelegen, dass sich der öffentliche Personennahverkehr deutlich verbessere. Tausende Studierende würden für ein Studententicket bezahlen, aber sie müssten sich langsam fragen, warum eigentlich. Denn an der Wirklichkeit habe sich in den vergangenen Jahren nicht viel geändert, sagte Naderer am Mittwochabend während einer Vortragsveranstaltung im Hörsaalzentrum.

Maurice Nisten, Vorsitzender der niederländischen Vereinigung für innovativen euregionalen Zugverkehr (VIEV), lotete in seinem Vortrag die Möglichkeiten für eine schnelle Reaktivierung der Strecke aus. Nisten wünscht sich eine Art Straßenbahnverbindung, die man leicht umsetzen könne. Die Bahn würde dann allerdings nur bis Hochschule fahren, danach ginge es dann erst ab dem Klever Bahnhof weiter. Hier müssten die Fahrgäste also umsteigen. Nisten ist überzeugt, dass eine große Lösung – also die direkte Fortführung des Niersexpresse nach Nimwegen – noch zu viele Probleme mit sich bringe. Dies würde einen zu großen planerischen Aufwand bedeutet: „Ich bin ein Freund der kleinen Schritte. Wir sollten jetzt erst einmal schnell zusehen, dass die Schienenverbindung wieder aufgenommen wird. Damit steigt auch die Nachfrage und danach kann man das Projekt noch weiter ausbauen“, so Nisten.

Stephan Krieg, Mitarbeiter der NIAG, sieht die Chancen für eine Reaktivierung der Strecke eher negativ. Er berichtete, dass die aktuelle Abfrage zur Erweiterung der Schnellbuslinie 58 (SB 58) von Kleve bis zur Radboud-Universität nur ein geringes Interesse bei den Buskunden geweckt habe. Zwar gebe es viele Studierende, die zum Campus Heyendaal wollen, aber diese würden das Angebot über den Tag verteilt sehr unterschiedlich wahrnehmen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Bahnbetrieb so wirtschaftlich betreiben lässt“, so Stephan Krieg. Derzeit prüfe die NIAG, ob man die SB 58 nicht halbstündig zwischen Emmerich, Kleve und dem Nimweger Bahnhof fahren lassen kann.

Der Skepsis des Bus-Vertreters traten viele Zuhörer entgegen. Das Angebot einer Bahn sei sehr viel attraktiver als eine Busverbindung hieß es. Dr. Helmut Prior (Grüne) sieht viel mehr die großen Chancen, die eine Bahnanbindung nach Nimwegen hätte. „Von hier aus fahren die Züge viertelstündlich nach Amsterdam oder Brüssel. Das ist eine sehr große Chance, die wir nicht übersehen sollten“, so Prior.

Hochschulpräsidentin Heide Naderer betonte noch einmal die Bedeutung der Bahnstrecke auch für die Entwicklung der Hochschule Rhein-Waal. Mit einer Anbindung an die Niederlande könnten auch viel mehr niederländische Jugendliche ein Studium in Kleve reizvoll finden. „Wir sind eine internationale Hochschule und stehen vor verschlossenen Türen. Das geht gar nicht“, so Naderer. Sie fordert mehr politischen Diskurs über diese Streckenverbindung und kündigte an, dass man auch Vertreter von VRR, Land NRW und der Provinz Gelderland einladen werde, um über den Ausbau zu sprechen.

 
 

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