Hartz-IV-Empfänger aus Kleve soll illegal mit Vögeln gehandelt haben

Andreas Gebbink
Ein Hartz IV-Empfänger aus Kleve soll  illegal Vögel gefangen und mit diesen gehandelt haben. In seiner Wohnung fand die Kreisverwaltung 500 Vögel. Foto: Heinz Holzbach
Ein Hartz IV-Empfänger aus Kleve soll illegal Vögel gefangen und mit diesen gehandelt haben. In seiner Wohnung fand die Kreisverwaltung 500 Vögel. Foto: Heinz Holzbach
Foto: Kleve
Die Kreisverwaltung Kleve hat bei einem Hartz-IV-Empfänger aus Kleve 500 Vögel beschlagnahmt. Der Mann soll die Tiere im großen Stil gefangen und auch illegal gehandelt haben. In seinem Garten wurden Fallen sichergestellt. Vogelfreunde sind empört.

Kleve. Ein Hartz IV-Empfänger aus Kleve soll im großen Stil Vögel illegal gehandelt und auch gefangen haben. Wie die Kreisverwaltung Kleve auf Anfrage mitteilte, wurden bei dem Klever, der an der Querallee wohnt, 500 Vögel beschlagnahmt. Darunter waren u.a. Dompfaff, Birkenzeisig und die Heckenbraunelle. Auch wurden in seinem Garten Vogelfallen beschlagnahmt.

Er soll mit 5000 Vögel gehandelt haben

Der Staatsanwaltschaft Kleve liegt aktuell eine Strafanzeige wegen Betrugs vor. Der Mann ist auch bei der unteren Landschaftsbehörde des Kreises und dem Veterinäramt hinlänglich bekannt, gegen ihn liegen mehrere Ordnungswidrigkeiten vor. Die Behörden gehen davon aus, dass er bis zu 5000 Vögel gehalten und illegal vertrieben hat. Ein Gewerbe habe er nicht angemeldet.

Auch die Vogelfreunde Kleve ziehen die Notbremse und erheben schwere Vorwürfe: Der Mann, der bis vor kurzem Mitglied im Verein war, habe „gegen die Vogelschutzrichtlinien verstoßen“ und dem Verein „erheblich geschadet“. In einem öffentlichen Brief distanzieren sie sich von seinen Machenschaften. Vereinsmitglied Ursula Bodden geht davon aus, dass er unter falschem Namen die Vögel im Internet verkauft hat (Kuno Kunzmann oder Hermann van Uffelt). Er habe zudem Kunden betrogen: Tiere im Wert von bis 2000 Euro verkauft und die Vögel nicht ausgeliefert.

Starker Tobak. „Aber seit Donnerstag steht das Telefon bei uns nicht mehr still“, sagt Vereinsmitglied Ursula Bodden. Denn die illegalen Machenschaften des ehemaligen Vereinsmitgliedes würden auf den Verein zurückfallen: „Die Vogelfreunde Kleve und Umgebung distanzieren sich eindeutig von diesen Dingen“, sagt Bodden.

Bei seltenen Vögeln auch vierstellige Beträge

Die Vereinsmitglieder hegen den Verdacht, dass er auch selbst auf Wildvogelfang gegangen ist, um Tiere zu verkaufen. Auch gebe es Unstimmigkeiten bei der Beringung. So seien in den Niederlanden Vögel mit identischen Ringnummern aufgetaucht. Auch Vögel mit belgischen Ringen seien unter seinem Namen in Deutschland verkauft worden. Für einen Dompfaff erhält man auf dem Markt gut 50 Euro. Bei selteneren Arten können die Beträge auch vierstellig sein.