Gute Chancen für Bahnstrecke zwischen Kleve und Nimwegen

Die Draisinenlinie Kleve - Nijmegen soll reaktiviert werden. Foto: Bernd Lauter / WAZ FotoPool
Die Draisinenlinie Kleve - Nijmegen soll reaktiviert werden. Foto: Bernd Lauter / WAZ FotoPool
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Kleve.. Eine Studie sieht gute Chancen für die Reaktivierung der Bahnstrecke Kleve-Nimwegen. Die Anbindung an den Flughafen Weeze sei unrentabel. Im Auftrag der Städteregion Arnheim-Nimwegen ließen die Niederländer drei Varianten untersuchen.

Für eine Reaktivierung der Bahnstrecke Kleve - Nimwegen sieht die Städteregion Arnheim-Nimwegen gute Chancen. Nach NRZ-Informationen kommt die grenzüberschreitende Sintropher-Studie, die am 13. März der Öffentlichkeit vorgestellt wird, zu dem Urteil, dass eine Weiterführung des Regionalexpress RE10 von Kleve nach Nimwegen die sinnvollste Lösung sei. Die Wiederinbetriebnahme würde 50 Millionen Euro kosten und erziele einen Kostendeckungsgrad von 61 Prozent. Der Kosten-Nutzen-Faktor läge bei 2,1 - man benötige minimal 1,0.

Drei Varianten wurden geprüft

Im Auftrag der Städteregion Arnheim-Nimwegen ließen die Niederländer drei Varianten für eine Reaktivierung der alten Bahnlinie untersuchen. In der vergangenen Woche wurden die Ergebnisse auch der Stadt Kleve mitgeteilt.

Zur Diskussion stehen eine Straßenbahnverbindung von Kleve nach Nimwegen, eine Straßenbahn-Zug-Kombination von Nimwegen über Kleve zum Airport Weeze und eine Fortführung des Regionalexpress RE10. Die Sintropher-Studie kommt auf Grundlage von zahlreichem Datenmaterial zur Aussage, dass eine Straßenbahn teurer sei als die Fortführung des RE10.

Wer will investieren?

Nach NRZ-Informationen würden sich die Kosten für die Zugvariante auf 50 Millionen Euro belaufen. Darin eingerechnet ist auch die Verlegung neuer Schienen zum Bahnhof Nimwegen. Nicht im Preis enthalten sind mögliche bauliche Veränderungen in Kleve und eine Tunnel-Lösung in Groesbeek.

Eine Straßenbahn von Nimwegen-Heyendaal nach Kleve würde 45 Millionen Euro kosten. Hinzu kämen noch weitere 15 Millionen Euro für die Fortführung der Bahn zum Nimweger Bahnhof. Der Kosten-Nutzen-Faktor läge hier bei 1,6.

Laut Studie wäre eine halbstündliche Verbindung die beste Lösung. Wöchentlich würden 2500 Menschen die Bahn nutzen. Aussagen über Finanzierungsmöglichkeiten der Strecke wurden nicht getroffen.

Sympathie für Straßenbahnlösung

Jörg Cosar, Stadtverbandsvorsitzender der CDU in Kleve, sieht auf Anfrage eher Chancen für eine Straßenbahnlösung. Die Fortführung des RE10 hätte für Kleves Unterstadt enorme bauliche Konsequenzen. Etwa den Bau einer Brücke.

Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins hat Sympathien für eine Straßenbahnlösung: „Dann wären wir direkt mit Nimwegen verbunden und erzielten eine Verbesserung unseres Wohnstandortes.“ Eine schnelle Realisierung sieht er allerdings nicht. „Die Frage bleibt: Ist jemand bereit, diese Investition zu tragen? Das sehe ich zurzeit noch nicht.“ Zudem freut sich Steins noch über die vielen Anmeldezahlen bei der Draisine: „Diese Zwischenlösung bringt uns jetzt noch reiche Früchte.“

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