Grüne im Kreis Kleve möchten Vegetarismusbeschluss rückgängig machen

Anke Gellert-Helpenstein
Der Vorstand der Kreis Klever Grünen möchte den Vegetarismusbeschluss, der bei der letzten Mitgliederversammlung gefasst wurde, rückgängig machen. Doch eine Änderung kann erst im September beschlossen werden. Bis dahin gilt der "Vegi-Beschluss".

Kreis Kleve. „Wir haben ganz klar die falschen Signale gesetzt“, erklärte Hermann Brendieck, Geschäftsführer der Kreis Klever Grünen/Bündnis 90 im Gespräch mit der NRZ einsichtig. Deswegen beschloss der junge Vorstand der Grünen mit Brendieck, Sprecherin Birgitt Höhn und Sprecher Bruno Jöbkes an der Spitze, den bei der vergangenen Mitgliederversammlung beschlossenen Vegetarismusbeschluss in der nächsten Mitgliederversammlung geändert abstimmen zu lassen.

In der vergangenen Versammlung der Kreis Klever Grünen hatte die Mehrheit der Mitglieder nach intensiver Diskussion mehrheitlich beschlossen, auf Veranstaltungen des Kreisverbandes nur noch vegetarische Lebensmittel anzubieten. Bruno Jöbkes, selbst in der Fleischbranche zu Hause, betonte: „All die Landwirte und Verarbeiter, die sich mit einer ökologischen oder besonders artgerechten Tierhaltung für eine Landwirtschaft entschieden haben, die schon seit langem Grundbestandteil grüner Politik ist, sind hiermit vor den Kopf gestoßen“.

Bauern protestierten gegen den Beschluss

Schlimmer noch, wie Brendieck zugab: „Wir sind mit Anrufen auch unserer eigenen Leute überhäuft worden. Vor allen Dingen die Bauern fühlten sich richtig vors Schienbein getreten.“ Das sei jetzt eine frühe und harte Bewährungsprobe für den gerade erst gewählten neuen Vorstand. „Und wir können den Beschluss, der mehrheitlich gefasst wurde auch nicht rückgängig machen. Nur die Mitgliederversammlung bestimmt.“ Und das wird Anfang September sein. Bis dahin gilt der „Vegi-Beschluss“, den der grüne Vorstand nur allzu gerne modifizieren würde.

Der Kreisvorstand hat in seiner ersten Sitzung vorgestern deswegen mehrheitlich beschlossen, einen Änderungsantrag in diesem Sinne einzubringen. Denn, so Jöbkes, maßvoller Umgang mit der Ware Fleisch sei zwar anzustreben, aber gar kein Fleisch sei ein überzogenes und falsches Zeichen.