Govert Flinck verzaubert das Kurhaus

Valentina Vlasic
Valentina Vlasic
Foto: NRZ
Der bedeutende Porträtkünstler des Goldenen Zeitalters der niederländischen Malerei wirdjetzt im Klever Museum mit einer wundervollen Ausstellung gewürdigt

Kleve..  Harald Kunde strahlt über das ganze Gesicht: „Schön, nicht? Wie ein richtiges Museum.“ Ja, in der Tat: Govert Flincks Bilder verleihen dem sonst so modernen Museum Kurhaus einen ganz neuen Glanz, eine Aura des Erhabenen, den Anstrich eines wirklich großen Museums. Wer das Haus für die neue Ausstellung betritt, der kann es kaum fassen: Wow, ist das wirklich unser Kurhaus? Die Kuratoren Tom van der Molen und Valentina Vlasic haben es geschafft, dank toller Farbkombinationen und einer wunderbaren Hängung, mit dieser Ausstellung einen Glanzpunkt in der langen und erfolgreichen Geschichte des Hauses zu setzen.

Govert Flinck ist einer der bedeutendsten Porträtkünstler des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden. Kaum ein Maler hat so viele, so lukrative Aufträge erhalten, wie Flinck zur Amsterdamer Blütezeit. Vor 400 Jahren wurde er in Kleve geboren und verbrachte in der Schwanenstadt seine Jugend, ehe er in Friesland eine Ausbildung zum Maler machte und später für kurze Zeit in die Lehre von Rembrandt van Rijn in Amsterdam ging.

Auch 400 Jahre später wird Flinck immer noch in einem Atemzug mit Rembrandt genannt, seine Werke hängen in den größten Museen der Welt – unter anderem im Rijksmuseum oder in der Hermitage.

Jetzt können die Klever 30 Gemälde in ihrem Kurhaus sehen. Darunter das berühmte Selbstporträt des Künstlers aus dem Jahr 1643. „Es ist die schönste Arbeit, die wir zeigen können“, findet Valentina Vlasic. Flinck sei damals auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens gewesen.

Sehr stolz sind die Kuratoren auch über das Werk „Salomon bittet um Weisheit“. Eine kleine Arbeit, die Govert Flinck der Stadt Kleve geschenkt hat. Und deren große Ausführung heute im Rathaus der Stadt Amsterdam hängt. Sehr schön ist das Zusammenspiel des Bildes mit der Pallas Athene – übrigens auch ein Geschenk der Stadt Amsterdam an Kleve. Das Bild konnten Valentina Vlasic und Tom van der Molen von der Bob Jones Gallery aus Greenville (USA) ausleihen.

Um das Werk des Malers studieren zu können, wurde auch eine Vorstudie seiner berühmten Schützengesellschaft des Kapitäns Joan Huydekoper (1648), welches heute in der Hermitage Amsterdam zu sehen ist, aufgenommen. Der Entwurf zeigt sehr schön, wie Flinck in enger Absprache mit seinen Kunden die Bilder malte. Neben den 30 Gemälden sind auch 40 Zeichnungen und Druckgrafiken zu sehen, unter anderem frühe Werke aus Kleve und Kranenburg.

 
 

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