„Gordion“ meldet Insolvenz an

Großveranstaltungen sind das Ding von Georg van den Höövel – hier bei Vorbereitungen zum Okoberfest im Zelt. Er setze lieber auf „indoor“.
Großveranstaltungen sind das Ding von Georg van den Höövel – hier bei Vorbereitungen zum Okoberfest im Zelt. Er setze lieber auf „indoor“.
Foto: Christoph Karl Banski
Großveranstalter von Oktoberfesten und Zelt-Karneval. Verregnete Fußball-WM kostete die Zukunft. Insolvenzverwalter will „sehen, ob wir Aufträge retten können“.

Goch / Kleve..  „Gordion Management“ stand bisher für „professionelles Eventmarketing“, made in Goch. Gestern musste der Kopf der Live-Marketing-Agentur, Georg van den Höövel, Insolvenz anmelden. „Es ist mir nicht leicht gefallen“, sagt er der NRZ. Sechs Mitarbeiter und ein Auszubildender hängen dran. „Wir müssen das jetzt ganz in Ruhe regeln“, nimmt er sich selbst vor.

Als renommierte Insolvenzverwalter setzte Klaus Hommel, Direktor des Amtsgerichts Kleve, das Büro Piepenburg aus Düssedorf ein. Dort ist Rechtsanwalt Martin Junior für „gordion“ zuständig. „Das Insolvenzeröffnungsverfahren ist heute erst gestellt worden. Wir sind dabei, alles aufzuarbeiten“, sagt er der NRZ. Üblicherweise dauern solche Verfahren zwischen drei Wochen und zwei Monaten. Könnte eine Großveranstaltung das Ruder fürs Unternehmen noch herum reißen? „Wir müssen sehen, ob wir Aufträge retten können“, sagt der Anwalt vage.

Auch Georg van den Höövel weiß nicht, ob ein Auftrag reicht. Er will auf jeden Fall terminierte Indoor-Veranstaltungen weiter durchführen. Zu sechs Terminen fürs Klever Oktoberfest werden rund 15 000 Besucher erwartet. Eingie Karten sind schon gebucht und bezahlt... Schon zwei Mal hatte der 59jährige Gocher in Kleve „Wiesn“-Stimmung hinterm Bahnhof im Oktoberfest-Zelt gestemmt. Auch das Karnevals-Event im Zelt war erfolgreich.

Aber die Open-Air-Veranstaltungen verhagelten die Pläne. Bei der letzten Fußball-Weltmeisterschaft fiel das Public Viewing ins Regen-Wasser. Gordion-Management hatte organisiert: Konzept, Markteting, Werbeflyer, Sicherheit, Shuttlebus, Sanitäranlagen, Wasser- und Stromversorgung, die 50-Quadratmeter- LED-Leinwand, Betrieb und Beschallung der Outdoor-Bühne – halt vieles, was Geld kostet. „Und dann regnete es beim Brasilien-Spiel und statt erwarteter 7000 Fans kamen 400“, erzählt Georg van den Höövel im NRZ-Gespräch. Die unattraktiven Anstoßzeiten habe der Prokurist unterschätzt (sein Sohn Sam van den Höövel ist Geschäftsführer). „Zwischen den Deutschland-Spielen war nix los.“ Dabei war er gutes Wetter und Bombenstimmung aus Goch gewohnt gewesen, als seine Firma zur Fußball-WM und EM von 2006 bis0 2012 den Stadtpark zum ‘Parkstadion’ machte.

Das Promotion-Team aus Goch hielt die Nase in den Wind, holte eine indische Holi-Party in den Klever Forstgarten. Und organisierte auch andere regionale Kultur-Events und bewarb den Großkunde Rewe. Doch hatte van den Höövel zu verkraften, dass im Dezember 2013 ein Großauftrag für 2014 abgesagt wurde. So kurzfristig bekomme man keine maßgeblichen Ersatz. Oktoberfest und Karneval „stopfen letztendlich dann nur die Löcher“. Seine Agentur „allsport“ wurde 2009 insolvent.

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