Goldschatz der Gartenkunst

Andreas Gebbink
Die Brunnenachse soll einen Abschluss zum Betriebshof der USK erhalten.
Die Brunnenachse soll einen Abschluss zum Betriebshof der USK erhalten.
Foto: Stadt Kleve
Die vorgestellten Maßnahmen des Parkpflegewerkes könnten mitunter sehr teuer werden. Die Klever Politik ist sich einig, dass dies ein Projekt für Jahrzehnte ist

Kleve.  Es ist ein umfangreiches Konzept, welches die Landschaftsarchitektin Elke Lorenz dem Kulturausschuss für die Pflege und Gestaltung des Neuen Tiergartens vorgestellt hat. „Eigentlich sind es fünf Pflegewerke in einem“, betont sie die außerordentliche Bedeutung der Klever Gartenanlagen, die europäischen Rang genießen. Zahlreiche Einzelmaßnahmen hatte sie vorgetragen (wir berichteten) und so manchem Politiker dämmert es, dass dies alles sehr teuer werden könnte. Kämmerer Willibrord Haas betonte, dass dies erst einmal ein „Grundkonzept“ sei. Gerade in den vergangenen Jahren hätte die Stadt Kleve viel Geld für den Tiergarten ausgegeben: „Dies wird nun ein Prozess der kurz-, mittel- und langfristigen Umsetzung.“

Manche Schneidearbeiten im Grün könne man über den laufenden Unterhalt abdecken. Andere, aufwendigere Maßnahmen, würden Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Eine Kostenschätzung für die Umsetzung des neuen Parkpflegewerks wurde nach Absprache mit der Klever Stadtverwaltung bewusst nicht vorgenommen. Architektin Elke Lorenz sagte, dass man die einzelnen Maßnahmen je nach Haushaltslage abarbeiten könne und über viele Jahre strecken könne. Eine Kostenschätzung sei daher „unrealistisch“.

Nicht auf die lange Bank schieben

Die Klever Politik zeigte sich beeindruckt von der Fülle der vorgeschlagenen Möglichkeiten. Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne) sagte, dass man nicht alles sofort unter dem Gesichtspunkt des Geldes betrachten sollte. Man müsse jetzt die Einzelmaßnahmen priorisieren. Auf die lange Bank sollte man die Arbeiten allerdings auch nicht schieben, wenn man den „Goldschatz der Gartenkunst“ vor der eigenen Haustür heben wolle. Bürgermeisterin Sonja Northing erklärte, dass das Pflegewerk bereits eine Priorisierung und einen Zeitplan vorsehe: „Wir besitzen jetzt ein tolles Werk und eine sehr gute Vorlage, die wir abarbeiten können“.

Vor dem Hintergrund der sparsamen Haushaltsführung sagte Kämmerer Willibrord Haas, dass der Forstgarten eine sehr hohe Priorität habe. Bei der USK stehen ganzjährig drei Mitarbeiter für die Gartenanlagen in Kleve zur Verfügung: „Die Parkanlagen sind allen sehr wichtig. Sie genießen die erste Priorität, denn sie sind ein Aushängeschild für die Stadt Kleve.“ Petra Engelen, Denkmalpflegerin beim Landschaftsverband Rheinland, mahnte, dass eine kontinuierliche Pflege wichtig ist. Dadurch spare man langfristig enorme Kosten: „Durch die Pflege wird das Gartenkunstwerk erhalten.“ Engelen verdeutlichte, dass die Arbeiten des Landschaftsarchitekten Wörner nur erste Wiederherstellungsmaßnahmen gewesen seien, aber kein Parkpflegewerk.

Das Thema Querspange wurde in der Planung nicht berücksichtigt. Es sei klar, dass man die Tiergartenstraße auf absehbare Zeit nicht verkehrsberuhigen könne.