Glaubensfragen mit Playmobil beantworten

Kleve.  Playmobil-Püppchen an der Kirchenwand sind zurzeit eine ungewöhnliche Ausstellung in der Alten Kirche in Kellen. In Pappkartons stellen die Plastikfigürchen zwölf Stationen des Kreuzweges nach.

Denn mit der Thematik haben sich Schüler/innen der Jahrgangsstufe 9 des Konrad-Adenauer-Gymnasiums intensiv auseinandergesetzt und ihre Gedanken dazu materialisiert. Sie schufen ihre persönlichen Kreuzwege in Form von Kollagen, Skulpturen, Fotofolgen, Bleistiftzeichnungen, Bausätzen, Aquarellen und mehr. Eine Auswahl ihre Arbeitsergebnisse werden nun im wöchentlichen Wechsel in der Kirche Kellen gezeigt. Die Kinder beschreiben dazu ihre eigenen Gedanken, etwa „1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt „Ich ertappe mich dabei, dass ich über andere urteile, anstatt sie und ihr Schicksal näher zu kennen.“

Vor allem in der jetzt laufenden Fasten- und Passionszeit werden Christen besonders ermutigt, bewusst die Kreuzwegstationen an den Wänden ihrer Pfarrkirche wahrzunehmen. Denn es geht nicht nur darum, den Kreuzweg Christi in Erinnerung zu halten, sondern auch sich mit seinem Leben individuell auseinanderzusetzen. Denn jeder Mensch hat seinen eigenen Kreuzweg. Auch er ist manches Mal gefallen und musste wieder aufstehen, auch er wurde von seinen Mitmenschen verurteilt und musste damit weiterleben, aber auch er hatte hoffentlich Freunde, die ihm halfen, mit Verletzungen klar zu kommen. So der Grundgedanke.

Die „Via Dolorosa“ (lat. „der schmerzhafte Weg“) in Jerusalem ist jene Straße, die zurzeit Jesu vom Amtssitz des römischen Statthalters Pontius Pilatus zur Hinrichtungsstätte am Hügel Golgota führte. Nach der Überlieferung musste Jesus diesen Weg vor seiner Kreuzigung gehen – und dabei sein Kreuz , das heißt, den Querbalken, auf einem Großteil der Strecke selbst tragen. Pilger, die nach Jerusalem reisen, können auch heute noch diesen Leidensweg Jesu nachgehen.

Da im Mittelalter nur sehr wenige Menschen nach Jerusalem reisen konnten, begann man schon im 15. Jahrhundert damit, Kreuzwege in Kirchen oder auf Feldwegen anzulegen, um jedem Gläubigen zu ermöglichen, den Kreuzweg zu gehen und sich mit der jeweiligen Passionsszene gedanklich und emotional auseinanderzusetzen.

 
 

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