Geschichte lebendig machen

Auf dem Gelände von  Kloster Graefenthal werden Führungen angeboten, Schnitzeljagd, Axtwerfen und Bogenschießen.
Auf dem Gelände von Kloster Graefenthal werden Führungen angeboten, Schnitzeljagd, Axtwerfen und Bogenschießen.
Foto: WAZ FotoPool
Am Tag des Denkmals am 11. September stehen in Goch historische Bauwerke wie das Haus zu den fünf Ringen oder das Kloster Graefenthal im Mittelpunkt

Goch.. Wohl die meisten Menschen laufen im Alltag an den Denkmälern in ihrer Stadt achtlos vorbei, deren Anblick nur all zu gewohnt für sie geworden ist. Höchste Zeit, den geschichtsträchtigen Bauwerken einmal bewusst unsere Aufmerksamkeit zu widmen, regt deshalb der Europarat an – ein Vorschlag, dem man in Goch mit dem Tag des Offenen Denkmals gerne folgt. Unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ sind somit am Sonntag, den 11. September wieder zahlreiche Denkmäler in der Stadt für Besucher geöffnet und laden zu Führungen ein. Organisiert wird der Tag von der Stadt Goch in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Goch, dem Förderverein Graefenthal und Ostkirche Pfalzdorf sowie der Bruderschaft zur Lieben Frau.

Axtwerfen im Kloster

„Der Tag des Denkmals soll allerdings keine einmalige Sache sein, sondern den Auftakt für ein langfristiges Projekt darstellen, um Denkmäler in der Stadt wieder ins öffentliche Interesse rücken“, erklärt Franz van Well vom Heimatverein Goch. Konkrete Vorstellungen habe man da zwar noch nicht, aber denkbar seien etwa geführte Radtouren zu bekannten Schauplätzen der Geschichte.

Zum Beispiel zum Haus zu den fünf Ringen am Markt, das für eine Million Euro aufwendig saniert wird. Seinen Namen hat das alte Patrizierhaus aus dem Jahr 1550 übrigens durch zwei Brüder erhalten, die in den hinteren Teilen des Gebäudes eine Brauerei betrieben. Die Bierfässer wurden zu jener mit fünf Ringen versehen – so wurde wohl der Name geboren. Franz van Well ist von dem Gebäude fasziniert: „An den Außenfassaden befinden sich Köpfe mit ausgestreckter Zunge – sie verhöhnen die vorbeigehenden Gocher“, berichtet er schmunzelnd. Am Tag des Denkmals ist das Haus von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Heimatverein Goch informiert die Besucher über die bauhistorische Bedeutung des Hauses und präsentiert alte Fotos, Zeichnungen und Pläne.

Weiterhin ist die Ostkirche von 11 bis 18 Uhr geöffnet, wo der gleichnamige Förderverein Informationsmaterial zur Geschichte des Bauwerks und zum Stand der Sanierungsarbeiten bereitstellt. Besichtigt werden kann dort außerdem die Ausstellung des Pfälzerbundes am Niederrhein unter dem Thema „Ansichten aus den Pfälzer Dörfern – frieher und heit“.

Einen Ausflug wert ist am Tag des Denkmals sicherlich auch das Kloster Graefenthal. Dort werden von 10 bis 20 Uhr Führungen in deutscher und niederländischer Sprache angeboten – außerdem stehen eine Schnitzeljagd, Axtwerfen und Bogenschießen auf dem Programm. Der Förderverein Kloster Graefenthal stellt sich vor und verkauft Bücher und Postkarten. Für Kaffee und Kuchen ist ebenfalls gesorgt. Ab 17 Uhr können die Besucher zum Preis von 15 Euro an einer Grillparty teilnehmen.

Auch das historische Frauenhaus hat eine bewegte Geschichte zu bieten. Als Unterkunft für arme Frauen war das Gebäude an der Mühlenstraße im Jahre 1455 erbaut worden. Seit 1728 verwaltet die Bruderschaft „Zu unserer Lieben Frau“ das ehemalige Frauenhaus, wo heute ein Seniorenheim und Altenwohnungen untergebracht sind.

Doch was wäre Goch ohne seinen wohl prominentesten früheren Bürger Arnold Janssen? Der Heilige Arnold Janssen kam am 5. November 1837 in der Frauenstraße zur Welt, wo noch heute sein Geburtshaus besichtigt werden kann. Das heutige Museum ist am 101. September von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Um 13.30 und 15 Uhr werden Führungen angeboten.

Wo sich heute die Evangelische Kirche am Gocher Markt befindet, war früher die Pilgerherberge „Zum Heiligen Geist“ ansässig und diente im Mittelalter als Hospiz. Hier werden zwei einstündige Vorträge über die Kirche und eine Führung zu markanten evangelischen Punkten in Goch angeboten. Der erste Termin startet im Anschluss an den Gottesdienst gegen 11.30 Uhr, der zweite um 16 Uhr.

Das Gocher Steintor

Zu guter Letzt darf natürlich das Steintor, das Wahrzeichens Gochs, nicht fehlen. Ursprünglich ein Gefängnis, zogen nach 1945 Heimatmuseum, Polizeiwache, Rotes Kreuz und Stadtarchiv in das einstige Gefängnis aus dem 14. Jahrhundert ein. Am 11. September werden dort in den Räumen des Heimatvereins über Goch.TV historische Filme aus der Gocher Geschichte gezeigt. Das Steintor ist von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

 

EURE FAVORITEN