Fritz Hollands war „einfach ein Haarkünstler“

Als der Gründer Fritz Hollands nach dem Krieg starb, übernahm seine Frau das Geschäft.
Als der Gründer Fritz Hollands nach dem Krieg starb, übernahm seine Frau das Geschäft.
Foto: NRZ
„Klever Schätze“: Coiffeurs Kisters ist einer von Kleves ältesten, noch bestehenden Familienbetrieben. Fritz Hollands legte nach dem Zweiten Weltkrieg den Grundstein für ein Geschäft, das sich mit einer zweiten Traditionsfamilie verbunden hat.

Kleve.  Ein wenig abseits vom Trubel der Fußgängerzone um die Neue Mitte herum, da wo man eigentlich keine weiteren Läden vermuten würde, befindet er sich. Der Coiffeur Kisters. Die moderne Fassade aus dunklem Holz und Edelstahl verrät nur wenig über die Geschichte, die der Familienbetrieb hat. Auch der geräumige Innenraum kündet nicht von der Vergangenheit, mit seiner technologisch fortgeschrittenen Friseurausrüstung und dem modernen Ambiente. Und trotzdem, der Haarsalon Kisters ist einer der ältesten Betriebe, die Kleve zu bieten hat. „Es begann alles mit meinem Vater“, beginnt Annegret Kisters, die jetzige Geschäftsleiterin, zu erzählen. „Er war Friseurmeister, Perückenmacher, Puppendoktor und ganz einfach ein Haarkünstler.“

Ihr Vater, der den Namen Fritz Hollands trägt, hatte bereits lang vor dem Zweiten Weltkrieg einen Betrieb auf der Gasthausstraße in Kleve. Dieser Betrieb, in welchem er die oben genannten Dienste anbot, sollte allerdings nicht lange bleiben, denn er wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Hollands aber überlebte und gründete zwischen 1945/46 seinen Betrieb in der Lindenstraße neu, diesmal beschränkte er sich auf seine Profession als Friseurmeister.

Der Damen- und Herrensalon Hollands setzte den Grundstein für den heutigen Familienbetrieb. „Leider verstarb Vater danach sehr früh, im Alter von 46 Jahren. Den Salon übernahm meine Mutter, eine richtige Geschäftsfrau! Nach ihr übernahm auch kurz mein Onkel den Betrieb“, erinnert sich Kisters, geborene Hollands, an damals. Bei Kisters handelt es sich um eine echte Friseurfamilie. Der Großvater Fritz, seine Frau Irmgard, seine Tochter Annegret, ihr Mann Christoph und ihr Sohn Dirk, sie alle folgten dem Beruf des Friseurs und folgen dem noch immer.

Der Name des Coiffeurs erklärt sich durch die Heirat von Annegret mit ihrem Mann Christoph Kisters, ebenfalls ein Friseur. Um 1970 ging der Betrieb in der Lindenstraße auf Konkurs und das junge Ehepaar Kisters übernahm kurzzeitig den Salon von Xava van Essen auf der Barbanterstrasse. Schließlich fanden Kisters zu ihrem aktuellen Standort, nahe des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. Dort sind sie seit 1979 bis heute zu finden, ihr Sortiment größer den je. „Wir sind seit 1986 Biosthetiker, wir haben uns bewusst von den gewöhnlichen Friseuren abgehoben und behandeln unsere Kunden jetzt persönlicher und individueller“, erklärt Kisters. Hinter dem Begriff Biosthetik verbirgt sich eine Philosophie: nicht nur für die Haare sondern der ganze Mensch.

Im Großen und Ganzen ist es das, was den Coiffeur-Betrieb heute ausmacht und weshalb sich Kisters einer großen Kundentreue erfreut. „Wir haben Kunden aus Köln und manche bediene ich schon so lange ich hier arbeite, seit 43 Jahren.“ Kisters ist heute eben mehr als „nur“ ein Haarsalon. So lautet das Motto „Ob jung ob alt, bei Kisters sind sie gut aufgehoben.“ Zur Zeit setzt sich der Betrieb aus Dirk und Annegret Kisters als Geschäftsführer und vier Friseurmeistern als reguläre Mitarbeiter zusammen.

Weitere Informationen unter: www.klever-schätze.de

 

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