Freche Texte, leise Töne

Christoph Berens, Elena Kreßin und Christoph Frauenlob präsentieren das neue Programm der Jazzfreunde.
Christoph Berens, Elena Kreßin und Christoph Frauenlob präsentieren das neue Programm der Jazzfreunde.
Foto: NRZ
Die Klever Jazzfreunde bringen im zweiten Halbjahr wieder sechs sehr verschiedene Konzerte.

Kleve..  Das Vorstandsteam hat an diesem Abend noch viel vor. Durch etwa 50 Aufnahmen müssen sie sich durchhören, eine besser als die andere. Sechs Bands werden übrigbleiben – das Programm für das erste Halbjahr 2017. „So ein Programm müssen wir sehr genau auswählen, damit die Dramaturgie stimmt“, sagt Christoph Berens, zweiter Vorsitzender der Klever Jazzfreunde. 150 Mitglieder hat der Verein, hinzukommen die vielen Besucher, die sich gezielt eines oder mehrere der sechs halbjährlichen Konzerte aussuchen. Es soll schließlich für alle etwas dabei sein.

Auch etwas böse

Den Anfang im angelaufenen Halbjahr macht Erna Rot mit ihrem Quartett. Frech, rotzig, ironisch und manchmal durchaus etwas böse, verspricht das Programmheft. Vorstandsmitglied Christoph Frauenlob hat sie gerade bei einem Konzert gehört: „Die Leute waren begeistert und stürmten nach vorne“, berichtet er. Allerdings findet das Konzert am 26. August um 20.30 Uhr nicht im Stammsaal der Jazzfreunde, dem Coffeehouse, statt – sondern im XOX-Theater. Und zwar im weiträumigen Requisitensaal. „Ein sehr schöner Raum mit netter Atmosphäre“, schwärmt die Vereinsvorsitzende Elena Kreßin. Die Ortswahl kommt nicht von ungefähr: „Leisere Musik braucht nicht das Coffeehouse, sondern etwa das Theater im Fluss oder das XOX-Theater“, findet Berens. Und da die freie Szene in Kleve sich gut kennt, sind solche Ortswechsel völlig unproblematisch.

Manche Veranstaltungsorte erfüllen aber noch eine andere Funktion. „Im Radhaus hoffen wir, auch jüngere Leute für Jazz zu öffnen“, sagt Kreßin. Das dürfte am 28. Oktober mit „The Mighty Mocambos“ gelingen. Der DJ des Radhauses hat bei Tanzsessions schon mal testweise Musik der Band untergejubelt und festgestellt: Tanzbar, kommt gut an. So könnte es hier tatsächlich zu einem Generationenmix kommen.

Ungewöhnlich dürfte der Abend mit der Jazzflötistin Anne-Christine Heinrich und ihrem Quartett werden (30. September, Coffeehouse). Und mit dem „vision string quartet“ (4. Oktober, Stadthalle) gehen die Jazzfreunde gar eine Kooperation mit den Konzerten der Stadt Kleve ein – im Rahmen der „Muziekbiennale Niederrhein“. Im Gegensatz zu den übrigen Jazzkonzerten, bei denen Mitglieder nebst Partner freien Eintritt haben, bekommen sie bei diesem Sonderkonzert einen Preisnachlass.

Geschenkabo liegt vor

Generell gilt aber: Als Mitglied zahlt man 80 Euro im Jahr, hat freien Eintritt und darf zu jedem Konzert kostenlos eine Begleitperson mitnehmen. Inzwischen bietet der Verein auch ein Geschenkabo für ein halbes Jahr an. Zwölf abwechslungsreiche Konzerte pro Jahr organisiert der Verein. Im angelaufenen Halbjahr sind dies noch ein Auftritt des Pascal Bartoszak Quartet am 25. November und das Konzert mit Brenda Boykin und Jan Luley am 27. Dezember. Als die vor drei Jahren im Coffeehouse waren, platzte das aus allen Nähten. „Die Jazzmusiker finden unser Publikum toll“, berichtet Berens. „So gut wie in Kleve ist es anderswo nicht.“

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