„Forum Kalkar“ legt perfekten Start hin

Dr. Britta Schultz (54) aus Hönnepel freute sich über den großen Zuspruch.
Dr. Britta Schultz (54) aus Hönnepel freute sich über den großen Zuspruch.
Foto: WAZ FotoPool
Über 150 Bürger kamen zur Gründungsversammlung der Wählergemeinschaft ins „Marktstübchen“. Schon jetzt 88 Mitglieder. Dr. Britta Schulz mit überwältigender Mehrheit zur Vorsitzenden gewählt

Kalkar..  Damit hatte wohl niemand ernsthaft gerechnet: Eine Schlange vor dem „Marktstübchen“, drinnen kaum Platz sich zu bewegen: Über 150 Kalkarer wollten sich entweder selbst ein Bild von der Gründung der Wählergemeinschaft „Forum Kalkar“ machen – oder sich gleich als Mitglied eintragen. Und das taten 88 Frauen und Männer. „Ich bin sprachlos. Daran habe ich im Traum nicht gedacht“, freute sich Dr. Britta Schulz, die das „Forum Kalkar“ als Sammelbecken für Freunde einer bürgernahen Politik überhaupt erst angestoßen hatte.

Trotz des anfänglichen Chaos wegen des großen Andrangs, weshalb kurzzeitig über eine Verlegung ins größere Hotel Siekmann nachgedacht worden war, verlief der Abend ausgesprochen geordnet, ohne verbale Tiefschläge gegen politische Gegner. „Wir wollen bürgernahe Politik machen“, betonte Dr. Britta Schulz, die zu Beginn der Veranstaltung, etwas nervös – „Das Papier zittert“ – die Ziele formulierte.

Politische Wende

Aus ihrer Sicht soll es politische Entscheidungen, wie etwa bei der Marktplatz-Gestaltung, nicht mehr ohne wirkliche Einbindung der Bürger geben. Von „politischer Wende“ war die Rede, von „anständiger Politik“, die Bürger nicht mehr bevormundet. Die Politik der Mehrheitsfraktion, gerade auch des Bürgermeisters, „dient nur noch sich selbst“, bemängelte die „kampferprobte“ Mutter von vier erwachsenen Kindern.

Politische Beschlüsse müssten künftig transportiert werden, Einmischung der Bürger sei nicht lästig, Ratsarbeit soll „offen und verlässlich werden“, forderte Britta Schulz. Es gehe nicht an, dass Windanlagen wie in Hönnepel erst abgelehnt und dann wieder möglich werden, betonte die in Hönnepel lebende Politikerin, die die Lanze fürs städtische Sparen brach.

Dass Busse immer wieder leer fahren, griff sie Kritik vom fraktionslosen Ratsmitglied Norbert van de Sand auf, der jetzt auch zum Forum gehört, ginge gar nicht. „Dass teuere, externe Gutachten in Auftrag gegeben werden, um Feuerwehr-Standorte schließen zu können, geht auch nicht“, monierte die 54-Jährige. Statt auf Fressnapf und Co. im neuen Fachmarktzentrum zu setzen, müsse die Stadt auf ihren Charme bauen, eben auf „Kalkars irre Schönheit“ – und sie als Wohnstadt weiterentwickeln.

Das Publikum spendete Riesen-Applaus. Und belohnte sie mit einem unglaublichen Ergebnis bei den (geheimen) Vorstands-Wahlen. Mit 85 von 85 abgegebenen Stimmen wurde sie zur Vorsitzenden gewählt. Und bekam, wie bei etablierten Parteien nicht anders üblich, auch gleich einen bereit liegenden Blumenstrauß überreicht.

Ähnlich gut schnitt ihr Stellvertreter Dirk Altenburg (50) aus Wissel ab, für den 85 Mitglieder votierten. „Bei den Ergebnissen mache ich mir ernsthaft Sorgen um die Zukunft ihres Bürgermeisters“, scherzte denn auch Versammlungsleiter Michael Heinricks. Er hatte vor einem Jahr in Kerken die Freie Wählergemeinschaft gegründet und ist deren Kreisvorsitzender. Der Forum-Geschäftsführer heißt Uwe Gaida, Kassierer Hermann Untervossbeck. Norbert an de Sand hatte sich nicht um einen Vorstandsposten beworben.

Die Mitglieder-Versammlung, die als Aufstellungs-Versammlung für die Kandidaten der 16 Wahlbezirke für die Kommunalwahl dient, ist am Montag, 24. Februar, 19 Uhr im Hotel Siekmann. Bereits am 7. Februar gibt’s noch eine Info-Veranstaltung um 19 Uhr im Hotel Beckmann in Kehrum.

 

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