Folgen für die Schule nebenan

Kleve.  „Mich regt das so auf“, schimpft Manuela Kehling immer wieder. „Wir haben das beste Schulgebäude weit und breit. Das beste Schulklima. Und dann wollen sie Bedburg-Hau zumachen? Mich regt das sooo auf.“ Die Mutter einer Neuntklässlerin von der Sekundarschule, Standort Bedburg-Hau, hatte die turbulente Ratssitzung zur Schulfrage am Montagabend live miterlebt. „Uns fragt keiner in Bedburg-Hau, ob wir einverstanden sind, dass Kleve das jetzt allein macht. Klever Schulen für Klever Kinder, aber wir sollen fahren?“ Sie erzähtl von den völlig überfüllten Linienbussen der Niag, die den Bahnbof-Busstop in Kleve zum Umsteigen anfahren, weiter zur Ackerstraße oder raus nach Rindern und „wenn der Anschlussbus weg ist, Pech gehabt. Und wenn man ein paar Meter zu weit wohnt, muss man das Schokoticket selbst bezahlen.“ Eltern sähen genau, dass ein Schulbus nach Goch oder Kalkar kostenlos rollt.

Bedburg-Haus Bürgermeister Peter Driessen sagt zunächst salomonisch: „Ich freue mich, dass der Elternwille umgesetzt worden ist. Es ist schade, dass wir nicht zum Zuge kommen. Wir haben es lange versucht, den Standort zu halten. Nur mit einer unglaublich günstigen Konstellation wäre es uns gelungen, für eine Neugründung im nächsten Jahr 50 Anmeldungen zu bekommen. Kein Elternteil wüsste, worauf es sein Kind anmeldet“. Tatsächlich haben die Klever Ratsleute allein beschlossen, dass die heute sechszügige Sekundarschule als umgewandelte Gesamtschule mit fünf oder vier Zügen allein in Kleve steht. Geht das überhaupt, ohne es mit Vertragspartner Bedburg-Hau abzustimmen? „Wir waren an der Umwandlungsplanung für eine sechszügige Gesamtschule an beiden Standorten beteiligt worden,“ aber über ein Auslaufen sei nie gesprochen worden, sagt Bürgermeister Driessen. „Was das bedeutet, muss die Politik entscheiden“. Wie man hört, sind alle Fraktionen in Bedburg-Hau empört über den Federstreich aus Kleve. „Mit Bedburg-Hau werden Gespräche folgen“, antwortet Kleves Stadtsprecher Jörg Boltersdorf .

Der weitere Vorgang: Antrag bei der Bezirksregierung stellen, der ist in Vorbereitung. Das vorhandene Konzept präzisieren, das Raumprogramm planen. Im Dezember eine Elternversammlung ansetzen. Bis zum Anmeldetermin 6. Februar muss alles stehen.

Innerhalb der Klever Politik schwelt immer noch Unwillen über das Verhalten der Bürgermeisterin (wie berichtet). „Sie ist auch Schuldezernentin und ihren Aufgaben nicht nachgekommen, sich neutral zu verhalten“, findet Michael Bay, Grüne, der in Streitpunkten vermittelt hatte. Doch man lenke ein, denn „es geht um 1000 Schüler und knapp 200 Lehrer“.

 
 

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