Flughafen Weeze benötigt Geld und will Land an den Kreis Kleve verkaufen

Andreas Gebbink
Der Grund und Boden des Solarfeldes soll nun an den Kreis Kleve veräußert werden.
Der Grund und Boden des Solarfeldes soll nun an den Kreis Kleve veräußert werden.
Foto: WAZ FotoPool
Der Airport Niederrhein in Weeze möchte das Grundstück der Solaranlage für 3,5 Millionen Euro an den Kreis Kleve veräußern. Der Geschäftsführer erklärte, dass ein Verkauf dieser Art die Liquidität des Flughafenbetreibers sichern solle. Auch künftig stehen alle „Kosten auf dem Prüfstand“.

Weeze. Der Flughafen Niederrhein möchte sich von einem 50 Hektar Grundstück trennen, auf dem sich der Solarpark befindet. Dies bestätigte gestern Geschäftsführer Ludger van Bebber auf Nachfrage. Das Grundstück wurde dem Kreis Kleve angeboten. Van Bebber sagte, dass man in der derzeitigen Situation überprüfe, Unternehmensteile, die nicht dem Flugbetrieb dienen, zu veräußern. Für ihn sei dies kein Notverkauf, aber: „Das machen wir nicht, weil es uns so blendend geht“, sagte van Bebber. Mit dem anvisierten Erlös in Höhe von 3,5 Millionen Euro könne man sich die Liquidität für die kommenden Jahre sichern. Auch künftig stehen alle „Kosten auf dem Prüfstand“. Auch werde man schauen, wie man weitere Erlöse erzielen kann.

200.000 Euro Pachterträge

Die Flughafen GmbH wolle das Grundstück des Solarparks auf jeden Fall verkaufen. „Wir könnten das auch an andere Interessenten tun“, so van Bebber. An den Verkauf des 50 Hektar großen Areals seien auch die Pachterträge verbunden. Sie beliefen sich auf rund 200.000 Euro im Jahr, so van Bebber. Dies sei im Grundbuch abgesichert. Die Vergütung der gesetzlichen gesicherten Stromeinspeisung ist noch auf 18 Jahre festgesetzt. Sollte der Kreisausschuss am Freitag dem Kauf zustimmen und dies auch der Kreistag genehmigen, erhielte der Kreis für sein eingesetztes Kapital eine Verzinsung von 11 Prozent. Landrat Wolfgang Spreen wollte sich gestern zu einem möglichen Ankauf des Areals nicht äußern.

Am kommenden Freitag, 28. März, wird in einer Sitzung des Kreisausschusses darüber beraten. Van Bebber: „Sicher ist, dass wir Kapital verlieren werden, der Käufer baut Kapital auf.“

Kaufsumme in der Kritik

Kritik gibt es an der möglichen Kaufsumme. Die „Freien Wähler – Bürger im Kreis Kleve“ teilten gestern in einer Presseerklärung schriftlich mit: „Ob es tatsächlich stimmt, dass der Kreis ein 50 Hektar großes Areal auf dem Flugplatz zum Preis von 7.-/qm, also für 3,5 Millionen Euro, erwerben soll, das im Jahr 2002 - allerdings als Teil von insgesamt 615 Hektar - noch mit 1.80/qm taxiert worden sein sol [...]? Das wäre natürlich eine exorbitante Wertsteigerung innerhalb von 12 Jahren“. Die Freien Wähler fordern mehr Transparenz über die Verwendung von Steuermitteln.

Die Situation des Flughafens ist offenbar kritisch. Wie berichtet, leidet der Flughafen unter dem eingeschränkten Angebot von Ryanair. Airport-Geschäftsführer Ludger van Bebber rechnet für dieses Jahr mit einem Passagieraufkommen von 1,8 Millionen. Im vergangenen Jahr waren es noch 2,5 Millionen.