Flughafen Niederrhein in Weeze kann Zinsen nicht zahlen

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Der Flughafen Niederrhein in Weeze konnte seine Zinsschulden in Höhe von 1,4 Millionen Euro beim Kreis Kleve bis zum Ende des Jahres 2011 nicht begleichen. Der Kreis wird jetzt Anteile des Airports in Höhe der Zinslast übernehmen.

Weeze.. Bis Ende 2011 konnte der Flughafen Niederrhein in Weeze Zinsschulden in Höhe von 1,4 Millionen Euro an den Kreis Kleve nicht begleichen. Dies teilte Geschäftsführer Ludger van Bebber der NRZ auf Anfrage mit. Wie berichtet hatte der Airport bereits im Februar 2011 auf die missliche finanzielle Lage hingewiesen und den Kreis Kleve um eine Stundung der Zinszahlungen bis Jahresende gebeten, in der Hoffnung, diese dann doch noch zahlen zu können.

Hoffnung hat sich nicht bestätigt

Diese Hoffnung hat sich nicht bestätigt. Wie vereinbart wird der Kreis Kleve jetzt Anteile des Airports in Höhe der Zinslast übernehmen. Ludger van Bebber teilt mit, dass ein Wirtschaftsprüfungsbüro damit beauftragt worden sei, den Wert des Flughafens zu ermitteln, um die Höhe der Zinslast in Unternehmensanteile umrechnen zu können. Wie hoch die Anteile für den Kreis Kleve letztendlich ausfallen werden, wird vermutlich im März im Kreisausschuss und Kreistag entschieden. „Für uns ist das sicherlich keine gute Lösung“, sagt van Bebber. „Denn wir stellen unser Unternehmen zur Verfügung. Es wäre für alle Beteiligten besser, wenn wir die Zinsen für unsere Darlehen zahlen könnten.“

Insgesamt beläuft sich die Schuldenlast des Airports beim Kreis Kleve auf 34 Millionen Euro. Ursprünglich hatte der Kreis Kredite in Höhe von 24,5 Millionen Euro gewährt. Die Umwandlung von Zinsen in Anteile kann bis zum Ende der Kreditlaufzeit im Jahr 2016 fortgeführt werden.

Flugverkehrsabgabe sei Wurzel allen Übels

Und dieses Szenario ist wahrscheinlicher geworden. Denn ob der Airport in diesem Jahr Zinsen wird zahlen können, ist ebenfalls sehr fraglich. „Das hängt letztlich von den politischen Rahmenbedingungen ab“, sagt van Bebber und verweist damit auf die neu eingeführte Flugverkehrsabgabe.

Für den Geschäftsführer ist sie die Wurzel allen Übels und habe maßgeblich zum Gewinneinbruch beigetragen. Beim Betriebsergebnis für das fliegerische Geschäft habe es einen Gewinneinbruch von 50 Prozent gegeben, so van Bebber. Er rechnet vor, dass die Fluggesellschaften, die in Weeze tätig sind, im vergangenen Jahr 9,6 Millionen Euro an Steuern abgeführt hätten. „Der große Gewinner ist der Bund.“ Die Steuerlast umfasse damit gut die Hälfte des Gesamtumsatzes des Airports.

 
 

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