„Es ist, was du siehst“

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Kalkar..  Wenn Künstler ein Leben lang Werke geschaffen haben, blicken Galerien und Museen gern auf dieses Wirken zurück, schöpfen aus einem reichen Fundus. Bei Rota Blanck (1940 - 2011), war dieser Weg ins Museum ein ungewöhnlicher. Sie arbeitete eher im Verborgenen, im privaten Rahmen ihres Ateliers, das zum Ende ihres Lebens im wesentlichen eine Keramikwerkstatt war, mit der sie ihren Lebensunterhalt verdiente. Nur selten zeigte sie ihre Skulpturen, Keramik und Malerei öffentlich. Erst nach ihrem Tod hatte ihre Tochter Linna Treuheit Einblick in ihr vielfältiges Werk und initiierte eine Präsentation. Und so ist es fast eine Premiere, dass das Städtische Museum Kalkar ab morgen, 12 Uhr, die Ausstellung „Rota Blanck. Es ist, was du siehst“ zeigt. Zur Einführung spricht Kunsthistorikerin Dr. Christiane Heiser, die auch für die Auswahl der Werke und den Katalog verantwortlich ist.

Dabei ist es kein Zufall, dass die Ausstellung ausgerechnet in Kalkar stattfindet. Ausgebildet an der Krefelder Textilingenieurschule war für Rota Blancks bildhauerische Tätigkeit die Ausbildung beim Kalkarer Künstler Alfred Sabisch Anfang der 60er Jahre von großer Bedeutung. „Hier erhielt sie ihre formale Prägung“, sagt Heiser. Gemeinsam mit Sabisch schuf sie eine Außenarbeit an der Grundschule in Wissel, die dort noch heute zu sehen ist.

Dem Figürlichen blieb die Künstlerin in ihrem Werk stets verhaftet. So ist das bildhauerische Werk von Rota Blanck von großem ästhetischen Reiz. Nicht nur der handschmeichlerische „Don Quichotte“ aus Teakholz oder der „Torso“ erinnern zudem an die Arbeiten Ewald Matarés.

Die Kalkarer Ausstellung ist chronologisch aufgebaut, zeigt, dass Blanck mit viel Gefühl für Farbe und Ornament malte, bevor sie begann, sich mit der Bearbeitung von Tropenhölzern auseinander zu setzen. Entscheidend, so Heiser, sei für Blanck ihr Studium an der Berliner Hochschule für bildende Künste von 1963 bis 1967 gewesen, bevor sie sich familiär bedingt – Blanck wird 1966 und 1969 Mutter von zwei Töchtern – zurückzieht. In den Folgejahren arbeitet sie überwiegend mit Holz und Keramik, kombiniert Materialien wie Basalt, Fliederholz und Dachlatten zu skulpturalen Werken wie dem in Kalkar zu sehenden „Schwarzen Schaf“.

Für den Erhalt und die Erinnerung an das Werk von Rota Blanck hat ihre Tochter Linna einen Verein gegründet, der sich auch um das Künstlerhaus Blancks im rheinischen Asbach kümmert.

 

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