Erdrutsch-Sieg für Sonja Northing in Kleve

Ausgelassene Freude bei den Anhängern von Sonja Northing beim Blick auf die Prozent-Tabellen, die auf die Leinwand projiziert wurden.

Kleve.. Sonja Northing, Fachbereichsleiterin für Arbeit und Soziales, wird ab November Bürgermeisterin. Das wurde am Sonntag schnell klar. Erste Ergebnisse, erste Jubel. „Erdrutschartig“. „Unglaublich“. Superlative. 80 Prozent für die Kandidatin in Schenkenschanz, 69 Prozent im Wahlbezirk Stein-Gymnasium, 70 % am Bürgerbüro. Kein Wahlbezirk, der nicht Euphorie auslöste. „Wenn das so weitergeht ... Wahnsinn“, strahlte Northing. Sie rechnete damit, im ersten Wahlgang mit etwa 56 Prozent durchzukommen. „Bauchgefühl“, sagt sie. „Gewünscht hätte ich 68 Prozent“.

Wahl 2015 Sie schwamm in der Menge der Freunde, umarmt, geherzt, geküsst, im Saal des früheren Hotel Cleve (heute Seniorenpflege Clivia). Die Mitglieder ihrer Unterstützer-Fraktionen von SPD, Offenen Clevern und FDP, trafen sich hier. „In der intensiven Arbeit der letzten Wochen sind Freundschaften entstanden, sind wir eine wirkliche Gruppe geworden“, sagt Christian Nitsch (SPD). Northings Polit-Aussage: Der Wählerwille sei „ein klares Signal für ein konstruktives Miteinander. Nicht ich möchte, sondern wir möchten, heißt es jetzt“.

Rütter (FDP): "Ich bin ziemlich ge-flashed"

Diese versteckte Kritik am Bisher spricht Daniel Rütter, FDP, aus: „Bisher gab es keine Waffengleichheit,“ die CDU-Grüne Koalition habe häufig mehr Informationen bekommen. „Aber Sonja Norting ist neutral, auch gegenüber CDU und Grünen. Das Ergebnis ist wirklich historisch. Ich bin ziemlich ge-flashed. Wir haben ein Fachfrau aufgestellt und sie bekannt gemacht“, sieht er seinen Anteil.

Kulturmann Wolfgang Paterok als Sympathisant meint über die bisherige Rathaus-Arbeit: „Es gab zu viel im Hintergrund und Untergrund. Unfassbarkeiten in der Stadtplanung, die in den letzten Tagen wieder ans Licht kamen“. Er rechnet nun mit Transparenz.

Udo Janßen: „Ich habe verloren“

Dr. Fabian Merges, Offene Klever: „Es gibt mit Sicherheit jetzt mehr Miteinander, einen neuen Politik-Stil.“

Derweil herrschte im Rathaus bei jedem neuen Wahlbezirk-Ergebnis Schweigen. „Ich habe verloren“, sagt Udo Janßen schlicht. Und Dr. Artur Leenders zum Wahlergebnis: „So ist es“. „Das Ergebnis ist dramatisch“, wertet CDU-Fraktionschef Wolfgang Gebing. Jörg Cosar (CDU Stadtverband) verwies auf den CDU-Verlässlichkeit bei der Landratswahl. „Ich hoffe, Frau Northing setzt das fort, was Theo Brauer als Bürgermeister, als Vorsitzender des Rates, als Chef der Verwaltung in Gang gesetzt hat. Wir haben einen riesigen Reformstau wirklich angepackt“, blickt Grünen-Sprecher Michael Bay zurück. „Die Verwaltung muss die Beschlüsse des Rates ausführen“, erinnert er. Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne): „Es war ein Emotions-Wahlkampf. Vernunft muss nun die Probleme lösen“, die entstehen, weil die Bürgermeisterin nicht die politische Mehrheit hinter sich hat.

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