Einrichtungshaus Rexing bietet seit 1892 echte Hingucker

So schaute das Modehaus Rexing an der Kavariner Straße 1952 aus – schon damals mit dem auffälligen Obergeschoss.
So schaute das Modehaus Rexing an der Kavariner Straße 1952 aus – schon damals mit dem auffälligen Obergeschoss.
Foto: privat
„Klever Schätze“: Das Einrichtungshaus Rexing steht seit 1892 für moderne Formensprache. Die Liebe einer Frau brachte Gründer Johann Rexing einst aus Bocholt her. Susanne Rexing führt das Familiengeschäft heute in vierter Generation.

Kleve..  Die Liebe zu einer Frau brachte ihn nach Kleve. Schreinermeister Johann Rexing aus Bocholt eröffnete 1892 sein Einrichtungshaus in Kleve, weil er die Kleverin Henrica Hülskens geheiratet hatte. Und die Liebe zur modernen Formensprache bewegte ihn dazu, 1904 sein Geschäftshaus an der Kavariner Straße im zeitgemäßen Jugendstil zu errichten, mit spitzen Türmen und dem charakteristischen Rundbogen, der nach wie vor ein echter Hingucker für vorbeigehende Passanten ist. „Im Obergeschoss mit dem tollen Blick war immer schon Ausstellungsfläche“, berichtet Susanne Rexing, die das Einrichtungshaus seit 22 Jahren in der vierten Generation führt. Dort, wo der Erker hervorragt, befand sich die „Gute Stube“. Längst ist der frühere Privatbereich zur Ausstellungsfläche hinzugekommen, ebenso wie der größte Teil der zweiten Etage, der mal das Lager beherbergte.

Für das Antlitz der Stadt ist es ein Glück, dass die Jugendstil-Fassade den Krieg unbeschadet überlebt hat. Sogar die Fenster sind noch original erhalten. Erhalten hat sich auch die Begeisterung des Firmengründers für schöne Möbel. Brachte er etwa den Thonet Bugholz Freischwinger nach Kleve, so entwickelte sein Sohn Johann (Jean) während seiner Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Köln eine Leidenschaft für Bauhausmöbel. „Aber er merkte bald, dass es in Kleve nicht allzu viele gab, die Bauhaus so toll fanden“ , berichtet Enkelin Susanne Rexing, „und deshalb hatte er auch normalen Jugendstil im Programm.“ Ihr Vater Johann (Hans) schließlich führte die damals modernen Endlos-Kleiderschränke und Kombiniersofas in Kleve ein. Susanne Rexing: „Anfang der 60er Jahre war das unglaublich revolutionär.“

Die familieneigene Begeisterung für moderne Möbel und Einrichtungsgegenstände erfasste auch die heutige Firmenleiterin. Im Gegensatz zu ihren drei Vorgängern ist sie nicht Schreinermeisterin, sondern Innenarchitektin. „Das ist heute wohl zeitgemäßer in diesem Bereich“, sagt sie. Schließlich besteht ihr Beruf zu einem großen Teil darin, individuell für den Kunden zu planen. Und das natürlich als Speerspitze der Moderne – mit italienischem Möbeldesign, Designerhighlights aus ganz Europa, Lichtdesign und Outdoormöbel inbegriffen. „Schon als Sechsjährige hat mein Vater mich zur Kölner Möbelmesse mitgenommen“, erinnert sich Susanne Rexing. „Aber für die Innenarchitektur habe ich mich erst entschieden, als ich in der Schule perspektivisches Zeichnen kennenlernte“, erzählt sie. „Dafür hatte ich ein außergewöhnliches Talent.“ Eine Belohnung erfuhr sie von der Fachzeitschrift Architektur & Wohnen. Für die Redakteure gehörte Rexing 2010 und 2012 zu den besten Einrichtungshäusern in ganz Deutschland.

Weitere Informationen unter: www.klever-schätze.de

 
 

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