Eine inklusive Disco in Goch

So sieht das Organisationsteam der inklusiven WG aus, das eine Disco mal anders plant.
So sieht das Organisationsteam der inklusiven WG aus, das eine Disco mal anders plant.
Foto: NRZ
Für ihre Freundin und andere behinderte Menschen veranstaltet eine inklusive WG aus Goch eine Party-Reihe. Los geht es am 6. November

Goch..  Mit Mitte 20 haben wohl die meisten die jungen Menschen ähnliche Bedürfnisse: Spätestens dann ist für sie der Zeitpunkt gekommen, sich endgültig von den Eltern abzunabeln - man ist gern unter Gleichaltrigen, sucht vielleicht den passenden Partner und feiert am Wochenende gerne mal eine Party. Doch was, wenn eine Behinderung es schwierig macht, eine „normale“ Disco oder Bar zu besuchen? Zwar ist gerade bildungspolitisch Inklusion das Gebot der Stunde, doch vor allem in ländlichen Regionen wie dem Niederrhein gibt es für die Freizeitgestaltung am Abend für behinderte Menschen kaum Angebote, findet auch Michaela Spitz, die Mutter einer geistig behinderten Tochter ist.

Eigeninitiative war gefragt

„Nina tanzt leidenschaftlich gerne und hat schon oft den Wunsch geäußert, abends mal rauszugehen“, sagt Spitz. „Aber entweder gibt es im Raum Kleve nur einige wenige Veranstaltungen, wo die Party dann meist sehr früh beendet ist, oder man wird in konventionellen Discos schief angeschaut, wenn man mit einem behinderten Menschen unterwegs ist.“ Das wollte die engagierte Gocherin nicht hinnehmen – Eigeninitiative war gefragt. Nina ist 26 Jahre alt und sehr lebenslustig, sie geht gern unter Menschen. „Gemeinsam mit unserem Team haben wir überlegt, was wir machen könnten. Dann hatten wir die Idee, regelmäßig eine Party unter dem Motto ‚Disco mal anders‘ zu organisieren“, so Spitz.

Wir, das sind Ninas Mitbewohnerinnen Christina Adenäuer und Dunja Terschlüsen, mit denen sich die junge Frau eine Wohngemeinschaft teilt. Christina Adenäuer studiert an der Hochschule Rhein-Waal und ist gleichzeitig eine von Ninas Betreuerinnen. Wenn man die drei miteinander herumalbern sieht, sind sie eine ganz normale Mädels-WG, in der Ninas Behinderung offenbar kaum eine Rolle spielt. Welche Musik denn in der Disco gespielt werden solle, fragt DunjaTerschlüsen neckisch. „Wendler!“ platzt Nina hervor und strahlt über das ganze Gesicht. Alle brechen in Lachen aus, denn Nina ist ein glühender Fan von Schlagersänger Michael Wendler.

Disco der anderen Art

Fehlte nur noch der richtige Veranstaltungsort. Die Wahl fiel schnell auf das „Excited“ in Goch, wo das Team bei Betreiber Wolfgang Borgmann mit dem Projekt offene Türen einrannte. Kostenlos stellt er für die Disco der anderen Art seine Räumlichkeiten zur Verfügung.

„Darüber freuen wir uns natürlich riesig! Und es ist eine tolle Location, weil da ordentlich Leute reinpassen“, sagt Michaela Spitz begeistert. Auf Alkoholausschank haben die Frauen bewusst verzichtet, denn lustig wird es sicherlich auch so. Ob mit oder ohne Behinderung – willkommen ist bei der inklusiven Party am Freitag, den 6. November, garantiert jeder. Wenn diese ein Erfolg wird, soll die Fete als Veranstaltungsreihe regelmäßig stattfinden – wie häufig, das machen Michaela Spitz und ihre Mitstreiterinnen auch von der Resonanz der ersten Party abhängig, für die sie nun kräftig die Werbetrommel rühren. Spitz: „Hoffentlich wird die Bude voll.“

 
 

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