Eine fixe Idee

E
s wird auf jeden Fall nicht langweilig in Kleve. Das erste Jahr nach der Bürgermeisterwahl steckt nach wie vor voller Spannung. Die Bebauung des Minoritenplatzes ist das Thema Nummer 1 für die Verwaltung. Und die ersten Schritte einer Bürgerbeteiligung sind gemacht.

Allerdings sind die Ergebnisse der Befragung noch nicht ausgewertet – da wird in der Öffentlichkeit schon wild über die Errichtung eines Hundertwasserhauses spekuliert. Die Idee des Klever Arztes Gert Schuhmacher kommt daher wie Kai aus Kiste: ohne Plan, ohne Investor - die Idee eines Einzelnen. Er hätte genauso gut den Nachbau von Schloss Neuschwanstein in die Runde werfen können oder die Errichtung einer Villa Kunterbunt. Das alles klingt doch sehr nach einem Luftschloss a la Diamonda – der ominöse Freizeitpark für das Weezer Flughafengelände anno 2007. Der es damals in die Tagesschau geschafft hat und von dem man danach nie wieder etwas gehört hat.

Man kratzt sich bei dieser Diskussion verwundert den Kopf. Die Klever Verwaltungsspitze und die Politik springen mit überschäumender Freunde auf diese Idee an: „geil“! Niemand ist sich zu schade, mit einem so unausgegorenen Vorschlag öffentlich lächerlich zu machen. Nach zig Jahren einer frustrierenden Minoritenplatzdiskussion scheint die Verzweifelung im Rathaus und in der Politik ziemlich groß zu sein.

Nun ist grundsätzlich nichts gegen frische Ideen einzuwenden. Und eine Aufsehen erregende Architektur wünscht sich wohl jeder in Kleve. Aber muss es denn ein Hundertwasserhaus sein? Warum überhaupt Hundertwasser? Was hat der mit Kleve zu tun? Wie wäre es mit einem Beuys-Haus? Bei genauem Nachdenken fällt den Architekten sicherlich noch etwas Passenderes ein.

Die CDU prescht jetzt mit einem ordentlichen Antrag vor. Oder nein, es ist gar nicht die CDU, sondern nur der CDU-Ratsherr Jörg Cosar, der sich getraut hat, das Vorhaben auch einmal in die politischen Gremien zu führen. Dass allerdings die Fraktionsspitze postwendend zu Protokoll gibt, dass es sich dabei gar nicht um einen CDU-Antrag handelt, ist zumindest ebenso kurios, wie der Inhalt dieses Antrags.

 
 

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