Ein Zug nach Nimwegen

Astrid Hoyer-Holderberg
Hier darf kein Stopp sein! Kleve, NImwegen, Groesbeek und Kranenburg wollen die Reaktivierung der Bahn. Nur zahlen möchte niemand.
Hier darf kein Stopp sein! Kleve, NImwegen, Groesbeek und Kranenburg wollen die Reaktivierung der Bahn. Nur zahlen möchte niemand.
Foto: WAZ FotoPool
Ein euregionaler Zweckverband soll die Ideen jetzt auf die Schiene bringen. Im Juni beginnt die Arbeit eines Projektbüros.

Kleve.  Die Politik entscheidet, das hat sie getan. Ja, es soll einen Schienenverkehr von Kleve nach Nimwegen gebe. Darin hatte die „Sintroper Studie“ die lokalen Politiker bestärkt. Kleve, Kranenburg, Groesbeek und Nimwegen sprachen sich dafür aus. Aber wer macht die Arbeit, wer bringt die Idee auf die Schiene? Und: wer zahlt? Gemeinsam stellten alle Fraktionen im Klever Rat den Antrag an die Verwaltung, einen „euregionalen Zweckverband“ den benannten Städten sowie dem Kreis Kleve, der Stadregio und vielleicht auch der Provinz Gelderland zu gründen. Termin: 30. Juni 2013. Kurzfristig soll ein euregionales Projektbüro eröffnen.

Das bedeutet: eine Adresse, eine Telefonnummer, ein Ansprechpartner. Ein Mitarbeiter, bei dem alle Daten zusammen laufen, der Kosten ermittelt und Haltestellen vorschlägt. Jemanden, der koordiniert. Der VVV Groesbeek (Verkehrsverein) zum Beispiel würde das gern übernehmen. Weil man Geld von der Euregio Rhein-Waal beantragen will, muss eine Kommune offiziell die Geschäftsführung tragen – vielleicht Nimwegen.

Der Zweckverband, auch politisch besetzt, wird einen Betreiber für die Bahnstrecke suchen, das könnte die Deutsche Bahn sein oder die (heute bis Kleve verkehrende) Nordwestbahn oder die niederländischen Spoorwegen. Auf jeden Fall soll es ein Trambahn-System sein, das sowohl auf Zug-Schienen als auch als Straßenbahn rollen kann. Das biete flexible Möglichkeiten, könne die städtischen Strukturen einbinden, zum Beispiel wäre eine Rampe in Kleve unnötig, besprachen die Fraktionen. Die vorhandenen Fahrzeuge der Nordwestbahn könnten problemlos umgerüstet werden.

Die Stadsregio Arnheim-Nimwegen überlegt parallel, ob der Flughafen Weeze an die Niederlande angebunden werden kann.