Ein Metzger will bauen

Vor dem Minoritenplatz liegen die Volksbank- und Terhoeven-Grundstücke.
Vor dem Minoritenplatz liegen die Volksbank- und Terhoeven-Grundstücke.
Foto: Kleve
Vier Jahre Veränderungssperre an der Werftstraße vor dem Minoritenplatz Kleve sind abgelaufen. „Wir hätten nichts dagegen“, sagt der Volksbankchef zu einem kleinen Geschäftshaus als Nachbarn. Die Stadt gibt bis Jahresende ihren Bescheid.

Kleve..  Metzger Johannes Terhoeven möchte vor dem Minoritenplatz, an der ehemaligen Werftstraße, sein Grundstück nutzen, um ein Haus mit Geschäft unten und Wohnungen oben zu errichten. Das will er schon lange. „Der Antrag wurde vor vier Jahren gestellt“, erinnert Terhoevens Anwalt Béla Gerken in Köln (Büro Lenz und Johlen). „Aber eine Veränderungssperre stand dem entgegen“. Die ist nun Mitte Oktober abgelaufen. „Die Stadt hat noch nicht entschieden“, so Gerken zur NRZ.

Aber bis zum Jahresende wird es die städtische Antwort geben, versichert auf Anfrage Baudezernent Jürgen Rauer. Jetzt läuft das übliche Verfahren mit Beteiligung anderer Behörden. Politische Gremien sind nicht mehr eingebunden. „Die Verwaltung entscheidet nach Aktenlage“, sagt Rauer. Standard.

Falls es aber eine Ablehnung der Stadt gebe, sei es möglich, dass Terhoeven vor Gericht ziehe, ahnt Rauer. Die Bearbeitung einer Klage könne ein Viertel, ein halbes oder ein Jahr dauern. Je nachdem, wie sie ausgeht, sei es auch möglich, dass sich noch das Oberverwaltungsgericht damit beschäftigt. Rauer: „Das kann mitunter auch Jahre dauern“.

Das Wegerecht für das Grundstück Volksbank steht übrigens auf einem anderen Blatt und hat mit dieser Bauvoranfrage nichts zu tun. „Wir hätten nichts dagegen," wenn Metzger Terhoeven dort baute, sagt Volksbank-Chef Frank Ruffing. „Wir sind für jeden Nachbarn mit einem attraktiven Angebot dankbar. Wir sind glücklich, wenn sich die Stadt an der Stelle weiter entwickelt.“ Bekanntlich will die Voba gleich daneben ihren Neubau hoch ziehen. Nunmehr recht einsam, wenn es keinen Geschäftsblock auf dem Minoritenplatz gibt.

Ruffing kennt zwar die Skepsis einiger Klever gegen seinen Neubau, „aber wenn er erst steht, wird ihn jeder Dritte positiv sehen“, meint er. Die Dimension des Gebäudes wurde in der Planung verkleinert: niedriger, kürzer, schmaler. Ist ein neues großes Bankgebäude in Zeiten des Online-Banking überhaupt noch zeitgemäß? „Die Kunden wollen beides“, ist Frank Ruffing sicher.

 
 

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