„Ein Künstler arbeitet immer“

Der Emmericher Künstler widmete sich jetzt dem Nierswalder Landhaus.
Der Emmericher Künstler widmete sich jetzt dem Nierswalder Landhaus.
Foto: NRZ
Hein Driessen malt auch noch im hohen Alter niederrheinische Motive

Goch-Nierswalde..  Er benötigt nur ein paar Minuten, bis sich die Striche zu einem Bild fügen. Hein Driessen schaut auf das schöne Landhaus in Nierswalde. Er sitzt bei Sonnenschein im Freien und er blickt auf den Himmel, auf die Pflanzen, auf das Dach und die Fenster. „Man muss sich langsam rankämpfen“, sagt der Maler und zeichnet mit einem schwarzen Stift scheinbar wilde Kritzeleien aufs Papier. Es ist erstaunlich, wie die hauchdünnen Striche nach und nach eine Struktur ergeben und am Ende tatsächlich das Nierswalder Landhaus zu erkennen ist.

Hein Driessen ist halt ein echter Meister. Selbst mit 83 Jahren besitzt er immer noch einen flotten Pinselstrich, auch wenn die rechte Hand nicht mehr so möchte wie er will. Der Künstler aus Emmerich liebt den Niederrhein, die Landschaft zwischen Rhein und Waal, die er jetzt seit so vielen Jahren festhält. Und er wird nicht müde, immer neue Motive zu finden. Das Nierswalder Landhaus hat er noch nie gemalt. „Ein Künstler arbeitet immer“, sagte Hein Driessen.

Das schöne Restaurant im Herzen des Dorfes ist in den vergangenen Jahren zum neuen zentralen Punkt Nierswaldes geworden. Inhaberin Sigrid Diettrich hat einen Sinn für Kultur und widmete Hein Driessen bereits im vergangenen Jahr einen Raum für Wechselausstellungen. Seitdem ist das Landhaus quasi eine Dependance des Emmericher Ateliers. Hein Driessen ist auch am linken Niederrhein bekannt wie ein bunter Hund. Es dauert nicht lange, da wird er während seiner Malstunde spontan von einem Radfahrer begrüßt: „Ach, Sie sind doch der Herr Driessen. Ich habe sie mal auf Mallorca gesehen“, sagt der Mann begeistert – ganz so, als ob er einen alten Freund getroffen hätte.

Das Nierswalder Landhaus wurde 2007 von Richard und Sigrid Diettrich gekauft. In dem Haus gab es mal einen Dorfladen und eine Sparkasse. Heute haben die Diettrichs ein gut florierendes Restaurant daraus gemacht. Auch die gegenüberliegende Schule wird von der Familie als Hotel betrieben. „Man wollte sie schon abreißen“, sagt Sigrid Diettrich.

Hein Driessen hat innerhalb weniger Minuten schon eine Skizze des Landhauses angelegte. Zu Hause hatte er bereits Anhand von Fotos eine Vorstudie erarbeitet: „Das hilft, wenn man sich dem Objekt näher will“, sagt er. Er beginnt damit ein paar Farben zu mischen, um die Zeichnung zu kolorieren. Wieder benötigt er nur ein paar leichte Pinselstriche, um aus der Zeichnung ein wirkungsvolles Bild zu machen. „Ich denke, dass es im Restaurant einen Ehrenplatz erhalten wird“, sagt Sigrid Diettrich und freut sich.

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