Ein Buch über das Erinnerungsmal

Astrid Hoyer-Holderberg
Karl Leisner, Buch, Stele, v.l. Burkhard Eidens (Lektor), Rintelen (Sekretär IKLK), Propst Johannes Mecking, Monika Kaiser-Haas (Vizepräsidentin IKLK), Bert Gerresheim (Künstler), Francisco Ces Hernandes (sein Mitarbeiter), Prof.Dr. Wilfried Hausmann (Autor), Dr. Edmund Bercker (Seniorchef Butzon und Bercker), Dr. Berthold Weckmann (Verlagsleiter Butzon und Bercker)
Karl Leisner, Buch, Stele, v.l. Burkhard Eidens (Lektor), Rintelen (Sekretär IKLK), Propst Johannes Mecking, Monika Kaiser-Haas (Vizepräsidentin IKLK), Bert Gerresheim (Künstler), Francisco Ces Hernandes (sein Mitarbeiter), Prof.Dr. Wilfried Hausmann (Autor), Dr. Edmund Bercker (Seniorchef Butzon und Bercker), Dr. Berthold Weckmann (Verlagsleiter Butzon und Bercker)
Foto: privat
Es erklärt, wie die Stele an der Stiftskirche entstand. Ein künstlerischer Band um den Seligen Karl Leisner

Kleve.  Die Kopfhaltung wie auf dem berühmen „Pulloverbild“ zwei Tage vor seiner Priesterweihe, aber die Konturen des Gesichtes hager, ähnlich dem Foto vom Krankenlager Karl Leisners im Juli 1945. Die Zusammenführung dieser Eindrücke führten den Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim schließlich zum Endprodukt, dem Erinnerungsmal für den Seligen Karl Leisner, den Klever, der im KZ Dachau litt, die Priesterweihe „unter tausend Gefahren“ erfuhr und im August 1945 starb. Wie es zu dem Memorial kam, dokumentiert nun ein 160-seitiges Buch. Gestern wurde es von allen Beteiligten vorgestellt.

Der erste Teil widmet sich der Vita Karl Leisners, ein Großteil verfolgt dann die Meinungsbildung des Künstlers: über welche Quellen er sich dem Seligen Leisner annähert, wie er sich in die Gestalt vertieft, wie er immer wieder Szenen skizziert. Vorbereitende Zeichnungen sind ausgiebig im Buch abgelichtet. „Eine spannende Geschichte für sich“, findet der Autor Prof.Dr. Wilfried Hansmann. (300 Veröffentlichungen)

100 Bilder

Über 100 Bilder zeigen den Weg, beispielsweise vom Klever Leisner mit Christus als Pietá oder die Kreuzwegstation aus dem Paulus-Dom zu Münster aus den Händen Gerresheims: Da hilft Karl Leisner Christus das Kreuz zu tragen. Für die Stele in Kleve löst sich der Düsseldorfer Künstler von der Idee, lässt Leisner allein stehen, erst im gestreiften Häftlingshemd, dann mit Priestergewand darüber, wie es im Endeffekt nun als Stele auf dem Kirchplatz vor der Stifts- und Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt zu sehen ist.

Gerresheim habe sich der Frage gestellt: „Wie soll der Tote dem Leben zurück gegeben werden?“, so Hansmann. Die Fusion beider Porträts, „die Verbindung beider Zustände sind eine Visualisierung der Verletzlichkeit und Heilwerdung in Christi, nehmen Gestalt an für Gegenwart und Zukunft“, sagt der Autor. Gerresheim dankte ihm gestern, dass das künstlerische Werk nicht in „sprachloser Mehrdeutigkeit verbleibt“, sondern durch den Text „illuminiert, erhellt“ wurde, „brilliant gelöst, erneut ein Werk in Wortgestalt“.

Der Leiter des herausgebenden Verlages Butzon und Bercker, Dr. Berthold Weckmann, bestätigt, es gab „sehr viel Material, es war eindrucksvoll, wie es katalogisiert und arrangiert wurde“. Für Lektor Burkhard Eidens ist dieses Buch eine logische Fortsetzung der fünfbändigen Tagebuchreihe Karl Leisners.

Propst Johannes Mecking dankte für „wunderbare Begegnungen“ und, dass das Buch das Erinnerungsmal „sehr, sehr gut erklärt“. Der Erscheinungstermin sei zudem ein idealer Zeitpunkt, im Blick auf Weihnachten. Der Internationalen Karl-Leisner-Kreis, dessen Vizepräsidentin Monika Kaiser-Hass 2013 mit Gerresheim in Verbindung getreten war, gibt den Band heraus. Der Kreis feiert sein 40jähriges Bestehen.

Vorstellung im Kolpinghaus

Mit rund 40 Gästen wird das Buch offiziell am Donnerstag, 1. Oktober, 19 Uhr, im Kolpinghaus in einer großen Veranstaltung vorgestellt.