E-Bikes: Besser nicht oben ohne

Foto: NRZ
Bald nennt eine Broschüre die zahlreichen Ladestationen für Elektroräder. Die Helmpflicht wird diskutiert

Kreis Kleve. Nicht nur Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers freut sich, dass die E-Bike-Fangemeinde (Elektro-Fahrrad) im Kleverland immer größer wird. Auch sämtliche Touristiker aus den 16 Städten und Gemeinden begrüßen die Pedalritter mit Hilfsmotor. Bis Ostern soll daher auch der erste Prospekt für E-Biker auf den Markt kommen, der Dutzende von Ladestationen nennt, teilte Kuypers jetzt mit.

„Die erste Auflage wird bei 20 000 liegen. Öffentlich präsentiert wird das Produkt im zeitlichen Vorfeld der Floriade in Venlo“, heißt es aus den Reihen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG). Auf der Floriade, wo die Kreis-WfG gleich dreimal für eine Woche mit verschiedenen Themenschwerpunkten präsent sein wird, steckt in der Woche vom 11. bis 17. Juni das Schwerpunktthema „E-Bike“ im Gepäck.

Gefahr: Über 25 Stundenkilometer schnell

Auch wenn die Elektro-Biker gern gesehene Gäste im Kleverland und darüber hinaus sind, so bergen sie auch Gefahren. Zumindest dann, wenn sie über 25 Stundenkilometer schnell sind. Dann sind es „Fahrräder mit Hilfsmotor“, die entsprechend angemeldet sein und auch ein Nummernschild tragen müssen.

Während es in Deutschland noch keine Helmpflicht für die flotten E-Flitzer gibt, hat die Schweiz schon reagiert: Der Schweizer Bundesrat soll ab 1. Juli eine Helmpflicht für E-Bikes einrichten, die schneller als 25 km/h fahren können. Alle E-Bikes bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h ohne Pedalunterstützung und mit dieser bis zu 25 km/h und mit einer Leistung bis zu 500 Watt können weiter ohne Helm gefahren werden und gelten als „Leicht-Motorfahrräder“.

An der Frage „Helm oder nicht Helm?“ spalten sich hier die Gemüter. Die meisten Erwachsenen wollen nicht auch noch im Bereich „Fahrrad“ reglementiert werden und lieber selbst entscheiden, ob sie „oben ohne“ oder mit Helm fahren möchten. Rechtlich dürfen sie ohne Helm ihre Drahtesel führen, da auch E-Bikes nach § 21 a STVO als „Fahrräder“ gelten.

Obwohl es für 2011 noch keine Unfallstatistik für E-Biker gibt und die für 2012 erst 2013 ausgewertet werden kann, hat die Polizei einen klare Meinung zum Thema: „Wir empfehlen auch Fahrradfahrern mit Helm zu fahren. Sie gehören zu den schwachen Verkehrsteilnehmern, die bei Unfällen in 80 Prozent der Fälle am Kopf verletzt werden“, mahnt Sue Boekholt, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Kleve. „Außerdem empfehlen wir E-Bikern erst einmal Übungsfahrten auf sicherem Terrain. Denn ein normaler Fahrradfahrer fährt so circa 13 bis 16 km/h und ein E-Biker ist doch deutlich schneller unterwegs. Daran sind viele nicht gewöhnt.“

 
 

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