Drogentourismus in Nimwegen nach Cannabis-Pass-Einführung gestiegen

Von Andreas Berten und Andreas Gebbink
Der Drogentourismus in Nimwegen hat durch die Einführung des Kifferpasses in Venlo deutlich zugenommen. Nimwegens Polizeisprecher Florian Fingerhut sagte im Gespräch mit der NRZ, dass die elf Coffee-Shops in der Stadt eine Kundenzunahme von bis zu 40 Prozent festgestellt hätten.

Kreis Kleve. Die Polizei kontrolliere zurzeit im Nimweger Stadtgebiet verstärkt die Coffee-Shops: „Bislang haben wir noch keine Probleme“, sagt Fingerhut. Dies sei vor allem auch im Interesse der Coffee-Shop-Besitzer. Komme es zu Unregelmäßigkeiten, müsse der Eigentümer mit empfindlichen Strafen und sogar mit der Schließung rechnen, so Fingerhut.

Wer in diesen Tagen nach Nimwegen fährt, sieht deutlich mehr Polizei auf der Straße. Mobile Einsatzteams der niederländischen Landespolizei sind vor allem auf den Autobahnen unterwegs, um Drogentaxis und Drogentouristen aufzuspüren, so Fingerhut. Am Grenzübergang Wyler wird wieder stärker aufgepasst.

Illegaler Einfuhrschmuggel

Zum Hintergrund: Anfang Mai wurde in den niederländischen Provinzen Limburg, Noord-Brabant und Zeeland ein so genannter Cannabis-Pass eingeführt. Dieser soll gewährleisten, dass in den Coffee-Shops nur noch Drogen an Niederländer verkauft werden, um den Drogentourismus aus dem benachbarten Ausland zu unterbinden. Offiziell wurden die Coffee-Shops in Mitgliedsvereine umgewandelt. In einem Coffee-Shop kann man täglich bis zu fünf Gramm Cannabis kaufen.

Mit ihren 135 zu kontrollierenden Grenzkilometern hat dies auch Auswirkung auf die Klever Kreispolizei. Denn in der benachbarten Provinz Gelderland können Ausländer nach wie vor Cannabis erwerben, was zu einer stärkeren Nachfrage zum Beispiel in Nimwegen geführt hat.

„Es wird weiter täglich wechselnd kontrolliert“, sagt Manfred Jakobi, die Einsatztrupps haben natürlich ihre Erfahrungen gesammelt, wo Deutsche gerne die Drogen über die Grenze bringen. „In Absprache mit den niederländischen Kollegen, der Bundespolizei und dem Zoll versuchen wir zu beobachten und den illegalen Einfuhrschmuggel zu unterbinden.“

Gemeinsame Kontrollen

Das zweite Problem: das Fahren unter Drogeneinfluss, wenn also Deutsche in den Coffee-Shops einen Joint rauchen und sich dann wieder zur Heimfahrt ins Auto setzen. Die Kooperation zwischen beiden Ländern läuft auf jeden Fall gut, betont Manfred Jakobi: „Wenn Anfragen von den niederländischen Behörden kommen, kontrollieren wir gemeinsam an gewissen Stellen.“