Drei nagelneue Schulzentren für Kleve

Viel Platz für einen Neubau: An der Kellener Realschule wünscht sich die Politik eine neue Schule.
Viel Platz für einen Neubau: An der Kellener Realschule wünscht sich die Politik eine neue Schule.
Foto: NRZ
Die Politik möchte jetzt einen Schulneubau an der Karl-Kisters-Realschule. Sebus und KAG „hatten ihre Zeit. Es ist unvernünftig, noch mehr Geld da hinein zu stecken“, glauben Grüne und CDU

Kleve.  Die Schulfrage ist wieder offen in Kleve. Noch mal neu denken, noch mal rechnen, noch mal pädagogisch bewerten. Ende Juni hatte die Verwaltung dazu den Lokalpolitikern eine Vorlage mit in die Ferien gegeben. Nun lebt eine weitere alte Idee wieder auf: Neubau fürs Konrad-Adenauer-Gymnasium gleich an der Karl-Kisters-Realschule Kellen. Zwei Architekten könnten dafür extra befristet bei der Stadt eingestellt werden und sich ausschließlich um dieses Projekt kümmern, finden einige Parlamentarier. So könne das Bauvorhaben schneller gelingen und die Stadt weniger Geld kosten.

Kleve hätte dann drei Schulzentren. In der Oberstadt Freiherr-vom-Stein an Römerstraße/Gruft und Sekundarschule Hoffmannallee. In Kellen Kisters-Realschule und Neubau KAG an Lindenstraße/Ring. In Rindern in der Wilhelm-Frede-Schule, Wasserburgallee, die Gesamtschule. Nicht bloß mit 5. und 6. Schuljahren, sondern mit neuen Anbauten (etwa auf heutigen Tennissplätzen und Sportplatz oder der anderen Straßenseite) für alle Klassen bis zum Abitur.

Am 10. September beraten

Einen Prüfauftrag dafür wollen CDU und Grüne schon in der nächsten Schulausschusssitzung am Mittwoch, 10. September, an die Verwaltung geben. Gemeinsam sind Schwarz-Grün der Meinung, dass die Stadt sich „drei nagelneue Schulzentren" leisten kann – denn die wären wohl in etwa so teuer wie die Sanierungen der beiden alten Gebäude. Und pädagogisch sinnvoller. Das sagt Michael Bay (Grüne), stellvertretender Schulausschuss-Vorsitzender. Auf jeden Fall wird der alte Ratsbeschluss vom vorigen Jahr – auf Grundlage von Gutachter Dr. Garbe – gekippt.

Mittlerweile ist nämlich der Zustand des Gebäudes Johanna-Sebus-Gymnasium eingehender untersucht. „Wir sind in der Überlegung, ob sich die Sanierung wirklich lohnt“, bestätigt Jörg Cosar, Stadtverbandsvorsitzender der CDU und Ratsherr, auf NRZ-Anfrage. Von 15 bis 18 Millionen Euro Renovierungskosten war bisher die Rede gewesen plus jährlich 500 000 Euro Unterhalt – käme man aber damit tatsächlich hin? Die Politik zweifelt, zieht Lehren aus der Kalkulation fürs Klever Rathaus, das angeblich auch bloß 6,5 Millionen Renovierungskosten hätte verursachen sollen und nun mit Abriss und Wiederaufbau 11,6 Millionen Euro kosten wird.

Aber auch für die Sanierung des 60er Jahre Betonbaus des KAG und KAH (Konrad-Adenauer-Gymnasium und -Hauptschule) werden 8,6 Millionen Euro veranschlagt, mit einem möglichen Anbau für eine Gesamtschulnutzung dann 12,2 Millionen – reiche das aus? Dieses Gebäude war einmal auf 30 Jahre Lebensdauer angelegt und hat nun 45 Jahre rum. Die Lebenszeit dieser „Hütte“ sei „abgelaufen“ urteilt Michael Bay mit klaren Worten.

„Die Gebäude hatten ihre Zeit. Es ist unvernünftig, noch mehr Geld da hinein zu stecken“, sagt er. Die Idee also heißt: Sebus abreißen, KAG abreißen, auf zwei Schulsanierungen verzichten, jährlich Unterhalt für ein ganzes Gebäude sparen. An beiden Stellen würde sich Wohnbebauung prima ins Stadtbild fügen und Geld für die Stadt einbringen.

Allgemein sind sich die größeren Parteien einig: So billig wie zurzeit in der Niedrigzins-Phase komme man nie wieder an geliehenes Geld. Allerdings zögert Petra Tekath, SPD und Schulausschussvorsitzende, noch.

 
 

EURE FAVORITEN