„Diese Straße ist sinnvoll“

Andreas Gebbink
Karl-Heinz Burmeister
Karl-Heinz Burmeister
Foto: heinz holzbach

Kleve. Als Fürsprecher für eine Straße möchte er ja nicht gesehen werden. Schließlich ist er Umweltschützer. Aber trotz aller Bedenken bleibt Karl-Heinz Burmeister, Bevollmächtigter des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und an der Planung der Querspange beteiligt, bei seiner Meinung:

„Nach der heutigen Situation ist diese Straße sinnvoll.“

Burmeister ist irritiert ob der zahlreichen Proteste gegen die geplante neue Bundesstraße, welche parallel zur Eichenallee, die B9 mit der Landwehr verbinden soll. Burmeister sieht die Straße als ein fehlendes Puzzlestückchen für den übergeordneten Verkehrsfluss. Die Querspange solle ja nicht nur gebaut werden, um die Tiergartenstraße zu beruhigen, sondern vor allem um den Klever Ring besser an die Bundesstraße 9 gen Kranenburg anzubinden. Die Diskussion nur auf die Tiergartenstraße zu lenken, hält er für eine „beengte Sichtweise“.

Umweltverbände sehen
keine Probleme

Burmeister weist darauf hin, dass Kleve nach der Planung des Rings damit begonnen habe die Innenstadt verkehrlich zu beruhigen, ohne den Ring mit ausreichenden Anbindungen zu versehen. Den Bau der Querspange hält er daher „für eine logische Folge der Planungen der Vergangenheit: „Dadurch wird erst die Gruft entlastet“, so Burmeister. Die jetzige Verkehrssituation sei ein „Drama“: „Die Lkw fahren über die Minoritenstraße mitten in die Stadt.“

Den Argumenten der Gegner, das Bild des Tiergartens werde durch eine weitere Straße zerstört, erteilt Burmeister eine Absage: „Der Tiergarten ist heute schon nicht mehr jungfräulich.“ Es sei die B9 gebaut worden, die Hauptschule und die Landwehr. Der BUND-Vertreter sieht mit Blick auf die Umweltverträglichkeit keine Bedenken. Auch der Naturschutzbund sieht keine Probleme.

Dass das Bild der Eichenallee zerstört wird und die Bewohner des Haviks in Rindern mehr Lärm zu ertragen haben, sieht Burmeister nicht so. Die Querspange werde mit einem gebührenden Abstand zur Eichenallee gebaut und die Mündung auf die Landwehr sei weit genug vom Baugebiet Havik entfernt. Gegebenenfalls könne man hier über Lärmschutzwälle nachdenken. Insgesamt sieht sich Burmeister selbst in einer „verrückten“ Situation: „Ich bin Umweltschützer und stehe jetzt als Straßenfürsprecher da.“ Er ist gespannt auf die anstehende Mitgliederversammlung der Christdemokraten in Kleve: „Die CDU muss das durchstehen.“

Burmeister betont noch ein weiteres Argument für die Querspange: „Und das ist der Bau der Osttangente.“ Von Haus Schmithausen zum Klever Ring. Burmeister sieht laut Bundesverkehrswegeplan darin eine Korrespondenz. „Diese Straßen sind im Zusammenhang zu sehen. Wenn Kleve signalisiert, wir wollen die Querspange nicht, dann ist das Geld weg.“ Auch für die Osttangente, so Burmeister. Stadtplaner Jürgen Rauer konnte diesen Zusammenhang allerdings nicht bestätigen.