Die Szene zu neuem Leben erwecken

Foto: WAZ FotoPool

Kalkar..  Endlich ist direkt am Markt in Kalkar wieder Kunst zu Hause. Im Mai eröffneten Harald Rickes und Hans Hermann Bottenbruch im historischen Treppengiebelhaus ihre Galerie Hof-Nr. 3. Seit dem Wochenende zeigen sie dort die Ausstellung „Sechs in Kalkar“ mit je sechs Arbeiten von sechs Künstlern aus dem Umfeld von Markus Lüpertz.

Damit ist nicht nur die ehemals so rege Kalkarer Kunstszene um einen schönen Ort bereichert, auch das lange Zeit leer stehende ehemalige Handelshaus aus dem 16. Jahrhundert ist zu neuem Leben erwacht. Schon in den 20er und 30er Jahren war die Nicolaistadt Sitz der Sommerresidenz der Kunstakademie Düsseldorf, eine Tradition, an die Künstler und Galerist Bottenbruch gern anknüpfen möchte.

Lüpertz-Meisterschüler

Die Eröffnungsausstellung zeigt Werke von Reinhold Braun, Friedrich Dickgiesser, Giuseppe Donnaloia, Benjamin Novalis Hofmann, Leander Kresse und Arnim Tölke.

Sie alle verbindet, dass sie Meisterschüler von Prof. Markus Lüpertz waren, mit ihm an der Kunstakademie in Düsseldorf zusammen arbeiteten oder dies zum Teil noch heute tun. Sie vertreten das Genre der Malerei. Auf den Besucher wartet ein breites Repertoire, von der Aktmalerei, der abstrakten wie gegenständlichen Malerei bis zur Auseinandersetzung mit verschiedenen Techniken wie etwa bei der „Schichtmalerei“ von Leander Kresse.

Die Beschäftigung mit Kunst ist schon lange ein wichtiger Aspekt im Leben von Hans Hermann Bottenbruch. Gemeinsam mit Harald Rickes betrieb er bis vor kurzem einen „Kunstmarkt“ in einer Scheune auf einem Bauernhof in Pfalzdorf. „Dort konnten wir aber nur im Sommer ausstellen“, erinnert sich Rickes.

Neue Ideen für Kalkar

Im Winter und ohne Heizung sei das einfach zu kalt gewesen, ein Umbau eine Geldfrage. Wenn es also warm genug war, präsentierten die beiden eine breite Palette von Werken. Abstraktes traf dort auf Asiatisches, Surreales auf Neo-Pop, Kunsthandwerk auf Kunst. Schon dort waren Arbeiten von Lüpertz, Jeff Koons oder Dalí zu sehen.

Nun also Kalkar, für das es den beiden an Ideen nicht mangelt. „Wir könnten uns vorstellen jeden ersten Freitag im Monat zu einem Kunstabend einzuladen“, überlegt Bottenbruch, „vielleicht mit einer Weinverköstigung.“ Künstler, so denkt er weiter laut, könnten vor Ort und vor Publikum etwa eine Edition zu ihren Werken erstellen.

Auch weitere Ausstellungen sind bereits geplant. So folgt auf die aktuelle (bis 12. Januar) der Fotograf Klaus Tamm aus Wuppertal, „der soeben als bester Naturfotografen Europas ausgezeichnet wurde“, wie Bottenbruch erzählt. Wie Gemälde wirkten seine Bilder, schwärmt er schon jetzt. Auch der in Spanien lebende deutsche Künstler Daniel Zerbst steht bei den beiden Galeristen auf dem Programm.

Und auch ihre Öffnungszeiten sind durchdacht. „Wir wünschen uns, dass die Galerie Teil der Erlebniskultur in der Stadt wird“, erklärt Bottenbruch. Die Galerie hat montags und dienstags geschlossen (am Montag haben auch einige der Restaurants Ruhetag). Von mittwochs bis sonntags ist dann jeweils von 14 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Info: 02824/9990525.

 
 

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