„Die sind ja interessant angezogen“

Mit Trommeln ins afrikanische Lebensgefühl: Kinder der St.-Georg-Grundschule lernten von der Künstlergruppe Adesa. Foto: Heinz Holzbach / WAZ FotoPool
Mit Trommeln ins afrikanische Lebensgefühl: Kinder der St.-Georg-Grundschule lernten von der Künstlergruppe Adesa. Foto: Heinz Holzbach / WAZ FotoPool
Foto: Kleve

Goch.. Afrika-Projektwoche in der St.-Georg-Grundschule: Die aus Ghana stammende Künstlergruppe Adesa begeistert die Kinder.

Trommeln und tanzen, Schmuck und Instrumente herstellen: Die St.-Georg-Grundschüler in Goch tauchen seit gestern für eine Woche in den Kontinent Afrika ein. Für die Projektwoche haben Schule und Förderverein die Künstlergruppe Adesa aus Kevelaer engagiert. So haben die Kleinen in der Projektwoche mit den aus Ghana stammenden Künstlern Botschafter für dortige Kultur und Lebensgefühl gleich in den Klassenräumen. Den Hintergrund dazu gibt’s aus Büchern und dem Internet.

Vielfalt auf dem zweitgrößten Kontinent

In den Büchern stöbern am frühen Mittag Marc (9), Eyoel (10), Antonia (9) und Bastian (9). „Heute morgen hatten wir Trommeln und Afro Hip Hop“, erzählen sie. Die Begeisterung haben sie auch für die Literaturrecherche mitgenommen. „Wir sollen die Länder in Afrika auf einem Plakat vorstellen – die Hauptstädte, wie viele Länder es gibt und wie viele Einwohner sie haben“, sagen die vier. Sie haben gleich mehrere Bücher und Ausdrucke auf dem Tisch, dazu einen Kurzfilm. „Durch Afrika gehen der Äquator und beide Wendekreise der Sonne“, wissen die vier Schüler bereits. „Das ist der wärmste Kontinent der Erde und der zweitgrößte.“

Nebenan steht „Landschaft“ auf dem Programm. „Es gibt in Afrika Berge und Regenwald, Sandwüsten und große Tierparks – ziemlich viel, aber das ist ja auch ein großer Kontinent“, sagt die neunjährige Anika. Besonders hat es die Gruppe, zu der auch Nils (9), Carina (9) und Kevin (10) gehören, auf Kenia abgesehen – da hat Kevin seine Wurzeln. „Meine Mutter kommt aus der Hauptstadt Nairobi. Ich war auch schon einmal in dem Land. Man kann in Kenia surfen, angeln, es gibt schöne Hotels und man kann auf die Berge klettern. Und man kann sich Löwen und Krokodile zeigen lassen.“

In der Turnhalle lässt Yahaya Alhassan Erst- und Zweitklässler tanzen. „Kinder in dem Alter etwas beizubringen, ist etwas schwieriger“, sagt er in einer kleinen Pause. „Man braucht Geduld und muss auch selbst mal Kind sein.“ Von dem Künstler aus Ghana lernen die Kinder einige Hip-Hop-Schritte, „damit sie am Ende etwas haben, das sie präsentieren können“.

Dass jedes Kind etwas mitnehmen kann, steht auch für die stellvertretende Schulleiterin Heike Schwartze im Mittelpunkt. „Für viele war das heute morgen noch schwierig, auf der Karte zu zeigen, wo Afrika ist“, sagt sie. „Mit den Künstlern sind die Kinder ganz unbefangen umgegangen, haben gesagt: ‘Mensch, die sind ja interessant angezogen’.“

So sind die Schüler mit Begeisterung in die Woche gestartet, wie die neunjährige Antonia betont: „Es ist doch viel aufregender, über Afrika was zu erfahren als über Deutschland!“

 
 

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