Die Kraniche ziehen über Goch

Hunderte Kraniche flogen über Goch in Richtung Kalkar.
Hunderte Kraniche flogen über Goch in Richtung Kalkar.
Foto: WAZ FotoPool
Mit ein wenig Glück konnten die Menschen in der Weberstadt und im ganzen Kreis Kleve in den vergangenen Tagen ein besonderes Naturschauspiel beobachten

Goch/Kreis Kleve.  Wenn die Kraniche kommen, dann ist der Winter gegangen: Mit ein wenig Glück konnten die Menschen in Goch, wo unser Foto entstanden ist, und an vielen anderen Orten im Kreis Kleve in den vergangenen Tagen ein besonders Naturschauspiel beobachten: den Zug der Kraniche. Seit jeher faszinieren die Zugvögel den Menschen. Der Kranich gilt als Vorbote des Frühlings und als Vogel des Glücks. Den Schwärmen bei ihrem Formationsflug zuzusehen und ihr typisches Trompeten zu hören – das ist nicht nur für ausgewiesene Vogelfreunde ein majestätisches Erlebnis.

Schwärme mit bis zu 400 Vögeln

„Das Wetter und die Thermik diese Woche war ideal für die Kraniche“, sagt Jonas Linke, Naturschutzreferent und Vogel-Experte der Nabu-Naturschutzstation in Kranenburg. Linke und seine Kollegen haben Schwärme mit bis zu 400 Tieren beobachtet, die auf ihrem Weg von den Winterrastplätzen in Spanien und Südfrankreich zu den Brutgebieten im Nordosten Europas den Niederrhein passierten.

Die Kraniche scheinen in diesem Jahr eher die nördliche Route ihres Zugkorridors zu nutzen, der sich vom nördlichen Hessen bis ins südliche Schleswig-Holstein erstreckt. Denn während im Hessischen nur vereinzelte Tiere zu beobachten waren, konnten beispielsweise in Münster Schwärme mit bis zu 5500 Vögeln gezählt werden.

„Im Gegensatz zum typischen Keilflug der Gänse ziehen Kraniche auch häufig in langen Ketten“, erklärt Linke. Obwohl sie vorwiegend tagsüber flögen und sich an bestimmten Landmarken orientierten, könnten die Kraniche ihren Flug auch nachts fortsetzen, weil sie das Magnetfeld zur Orientierung nutzten.

Im Winter, wenn die Vögel zu ihren Rastplätzen in den Süden fliegen, lassen sie sich mehr Zeit als jetzt im Frühling: „Sie haben es eilig, die bis zu 3000 Kilometer bis zu den Brutplätzen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, in Skandinavien, im Baltikum, in Polen, Weißrussland oder der Ukraine zurück zu legen.“

Das Naturschauspiel des Kranichflugs dürfte deswegen nicht mehr allzu lange dauern. Spätestens Mitte März seien auch „die letzten Vögel vorbei gezogen“, sagt Jonas Linke.

 
 

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