Die Kaufkraft im Kreis Kleve ist mäßig

Die Kaufkraft der Klever Bürger liegt 10 Prozent unter dem Landesdurchschnitt.
Die Kaufkraft der Klever Bürger liegt 10 Prozent unter dem Landesdurchschnitt.
Foto: NRZ
Cima-Studie: Die Niederrheiner zwischen Kranenburg und Goch haben im NRW-Vergleichdeutlich weniger Geld für den Konsum im Einzelhandel zur Verfügung

Kreis Kleve..  Die Menschen im Kreis Kleve haben deutlich weniger Geld für Konsum zur Verfügung als der Durchschnitt in Nordrhein-Westfalen. Eine neue Kaufkraftstudie der Handelsgesellschaft Cima dokumentiert, dass es gerade in den ländlichen Regionen NRWs die geringste Kaufkraft gibt. Dies gilt auch für das Einzugsgebiet von Kleve, wo die Kaufkraft um 10 Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegt.

„Der Kuchen wird nicht größer“

Studienleiter Dr. Wolfgang Haensch sagte im Gespräch mit der NRZ, dass die Kommunen im Kreis Kleve diese Entwicklung beachten sollten, wenn es um die Weiterentwicklung der Innenstädte geht: „Der Kuchen wird nicht größer, sondern kleiner und darauf muss man sich einstellen“, so Haensch. Und: Die Einzelhändler am unteren Niederrhein müssen sich deutlich mehr anstrengen als in Düsseldorf oder Köln, weil jedem Bürger dort ein Drittel mehr Geld zum Ausgeben zur Verfügung steht.

Konkret für Kleve könne man aber nicht die Gleichung aufmachen: geringe Kaufkraft + Bevölkerungsabnahme = Minoritenplatzbebauung lohnt sich nicht. Kleve profitiere als ländliches Mittelzentrum von einem größeren Einzugsgebiet, so Haensch.

Die Kaufkraftdaten hat die Cima anhand von statistischem Material des Bundesstatistikamtes erhoben. Sie beziehen sich auf den stationären Einzelhandel und beantworten die Frage, wie viel Euro pro Kopf für den Einzelhandel im Jahr ausgegeben werden können.

Ute Schulze-Heiming, Marketingchefin in Kleve, überraschen die neuen Cima-Zahlen nicht. „Die Kaufkraft in Kleve ist seit vielen Jahren rückläufig“, sagt sie. Im Vergleich zum Landesdurchschnitt sei man jetzt unter 90 Prozent gerutscht. „Wir haben ein relativ geringes Lohnniveau“, sagt Schulze-Heiming. Die Beschäftigungsquote sei zwar gestiegen, aber auch die Zahl der Teilzeitarbeitsplätze und Leiharbeit.

Die Kaufkraftzahlen stünden etwas in Widerspruch zu der Zentralitätskennziffer. Hier schneidet Kleve gut ab. Die Kennziffer dokumentiert die Kaufkraft innerhalb der Stadt, die in Kleve auch stark durch das Umland beeinflusst wird.

Einen Rückschluss auf das Zukunftsprojekt Minoritenplatz sieht Schulze-Heiming aber nicht: „Die Kaufkraft mag hier geringer sein, aber das, was die Bürger ausgeben können, muss auch hier gebunden werden. Deshalb benötigen wir auch attraktive Marken.“

 
 

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