Die EU zur wirtschaftlichen Lage des Airports

Kreis Kleve.  Die EU-Kommission hält die wirtschaftliche Entwicklung des Flughafens für nicht tragfähig. „Die FN GmbH machte von 2002 bis 2006 zunächst Verluste und erreichte 2007 die Gewinnschwelle. Währen der Umsatz insgesamt stieg, ging der Umsatz pro Fluggast in der Zeit von 2007 bis 2009 jedoch zurück. 2006 rutschte das Eigenkapital der FN GmbH wegen sich anhäufender Verluste in den negativen Bereich ab.“ Der Schuldenstand des Flughafens habe sich ständig verschlechtert. Eine immer höhere Zinslast deute darauf hin, dass die FN GmbH noch immer ein instabiles Geschäftsmodell verfolge, so die Kommission. „Schließlich hat die FN GmbH bisher weder Tilgungen der von der EEL GmbH (Eigentum des Kreises und der Gemeinde Weeze, Anm. d. Red.) gewährten Darlehen vorgenommen noch Zinszahlungen geleistet.“

Ohne den Verkauf von Vermögensgegenständen in den Jahren 2007 bis 2009 wäre der Flughafen überschuldet gewesen. „Darüber hinaus bestehen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der FN GmbH hauptsächlich gegenüber ihren Tochtergesellschaften.“ Die Kommission kommt zum Urteil, dass „die FN GmbH stets von Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung bedroht war und es auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch ist.“ Ein deutliches Zeichen sei die wiederholte Unfähigkeit zur Rückzahlung der Darlehen an die Entwicklungsgesellschaft des Kreises. Die Kommission moniert, das es keine Anzeichen gebe, dass die Entwicklungsgesellschaft des Kreises Kleve für die Gewährung der Darlehen einen Business-Plan oder aber andere Belege eingefordert habe, aus denen hätte hervorgehen können, wann der Kreis eine Rückzahlung der Darlehen hätte erwarten können. Dies stünde „im deutlichen Gegensatz zu dem, was ein marktwirtschaftlich handelnder Gläubiger getan hätte.“ Auch habe die Kreisgesellschaft die Rückzahlung der Darlehen nicht erzwungen, als die Flughafen GmbH Gewinne ausgewiesen hatte.

Die Kommission moniert nicht nur, dass der Flughafen in Schwierigkeiten steckt, sondern offenbar auch die ANH GmbH (100% Tochter der niederländischen Gesellschaft Airport Network B.V., Anm. d. Red.). In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen ebenfalls unter der Gewinnschwelle gewirtschaftet und „in den Jahren 2006 bis 2009 immer umfangreichere Verluste angehäuft.“

Wie bereits berichtet betragen die öffentlichen Darlehen des Flughafens 34 Millionen Euro. Die Zinslast beträgt 1,4 Millionen Euro. Der Kreis ist im Grundbuch mit 620 Hektar Grund abgesichert.