„Die Einnahmen kreativ erhöhen“

Günter Steins wirbt im Wahlkampf mit einem Ausgleich zwischen „Ökologie und Ökonomie“.l
Günter Steins wirbt im Wahlkampf mit einem Ausgleich zwischen „Ökologie und Ökonomie“.l
Foto: WAZ FotoPool
Günter Steins möchte, dass Kranenburg weiter schuldenfrei bleibt undwill der Windkraft im Reichswald eine Chance geben

Kranenburg..  Fragt man Günter Steins nach einem Oberbegriff für seine Tätigkeit als Bürgermeister von Kranenburg, antwortet er „Nachhaltigkeit“. Sie, so Steins, ziehe sich wie ein roter Faden durch seine Arbeit als Chef der Verwaltung ebenso wie durch sein politisches Denken. „Nachhaltigkeit“, sagt der 62-Jährige, „hat zu tun mit Fragen zur Energie, aber auch mit der Schuldenfreiheit für Kranenburg.“

Dass Steins perspektivisch denkt, demonstriert er schmunzelnd mit dem Flyer für den Bürgermeister-Wahlkampf. Natürlich bezieht er dort Stellung zu Themen wie Radwege und Verkehr, Klimaschutzkonzept, Wirtschaftspolitik oder Schule, allerdings soll das Papier den Kranenburgern auch nach der Wahl erhalten bleiben: auf der Rückseite trägt der Flyer eine handliche Karte, die zu Radtouren rund um die Kranichgemeinde einlädt. Und als Empfehlung hat der passionierte Radler Steins seine Lieblingsstrecken besonders gekennzeichnet.

Die Ziele für die nächsten fünf Jahre als Bürgermeister hat Günter Steins fest im Blick. „Wir wollen den Standort Kranenburg weiterentwickeln.“ Geplant ist bekanntlich eine Erweiterung des Bereichs Großer Haag hinter dem Rewe-Markt. „Ein langfristiges Projekt“, weiß Steins, „aber ein notwendiges, um wettbewerbsfähig bleiben zu können.“

Keine Steuererhöhungen

Weiter festigen möchte der CDU-Mann den Tourismus. „Gemeinsam mit der Jugendtagungsstätte Wolfsberg haben wir inzwischen mehr als 50 000 Übernachtungen im Jahr.“ Auch die Zahl der privaten Übernachtungen steige weiter an. Erweitern will Steins auch das Radwegenetz, sieht Kranenburg als fahrradfreundliche Gemeinde.

Stichwort Klimaschutzkonzept. „Dieses Thema begeistert mich mehr und mehr“, so Steins und erinnert daran, dass die Gemeinde schon seit 2009 nennenswerte Einsparungen beim Stromverbrauch erzielt hat. So habe man die Straßenbeleuchtung umgerüstet (im Zeitraum zwischen 2010 und 2014 zählte man 22,6 % weniger Stromverbrauch), die Sanierung der Hanna-Heiber-Schule brachte zwischen 2003 und 2012 dann 36,8 % weniger Stromverbrauch und sogar 51,7 % weniger Gas.

„Man muss da etwas tun, wo es am wirkungsvollsten ist“, findet Steins. Kosten und Nutzen müssten in Relation zueinander stehen. „Das gilt im übrigen auch für den Windpark am Kartenspielerweg. Ich bin dafür, dass man der Windkraft im Reichswald eine Chance gibt“, betont er. Für eine Entscheidung aber müssten erst sämtliche Gutachten und Genehmigungen auf dem Tisch liegen, Vorschriften beachtet werden. „Natürlich“, sieht der Bürgermeister, „wird unsere Landschaft durch die Anlagen beeinträchtigt. Aber nicht so schwer wie es durch ein ‘Weiter so wie bisher’ passieren würde.“ Steins: „Wir können uns ein Verschieben der Verantwortung nicht mehr leisten.“

Nicht gelten lassen will er im übrigen den Vorwurf der Kritiker dieses Standorts, nicht genügend informiert worden zu sein. „Ich bin im Vorfeld keiner Diskussion aus dem Weg gegangen“, betont Steins. Land wie Bund wollten die Energiewende, „wir kommen nicht drum herum“. Da sei es doch legitim, dass die Gemeinde dann auch eine Wertschöpfung aus solchen Anlagen erzielen wolle. „Das war immer mein Credo: Die Einnahmen kreativ erhöhen, um den Bürger zu entlasten.“

Beim Thema Reaktivierung der Bahnlinie bleibt er bei seinem Standpunkt: „Reaktivieren ja, aber nicht, wenn wir’s bezahlen müssen.“ Generell will er keine Erhöhung von Abgaben und Steuern, hält eine Senkung von Müll- und Abwassergebühren für möglich.

„Bestens versorgt“ sei Kranenburg mit Kindergartenplätzen in modernen Einrichtungen. Die neue Kita am Elsendeich soll planmäßig im Herbst fertig werden. Und auch der Bestand der beiden Grundschulen in der Gemeinde sei nicht gefährdet.

Herzenswunsch Realschule

Nicht zuletzt liegt ihm die private Realschule am Herzen. „Dieses Projekt findet meine volle Unterstützung“, sagt Steins, „und kann hoffentlich im nächsten Jahr mit den ersten Schülern starten.“

Schließlich noch das Dauerthema Verkehrssituation Große Straße: Das in Auftrag gegebene Gutachten werde am 27. August im Planungsausschuss vorgestellt. „Ich hoffe darauf, dass wir dann auf einer soliden Basis eine Entscheidung treffen können“, so Steins. „Zufrieden sein werden damit aber nie alle Betroffenen“, ist er sich schon jetzt im Klaren.

Wer sich mit Günter Steins in Verbindung setzen möchte, kann dies unter anderem über seine Homepage unter Guenter-Steins.de tun.

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