Die Einkaufsstadt Goch wird immer beliebter

Nicht nur die Gocher kaufen gern in ihrer Stadt ein.
Nicht nur die Gocher kaufen gern in ihrer Stadt ein.
Foto: NRZ
Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung steigen zum fünften Mal in Folge. Sowohl Einheimische, als auch Touristen lassen mehr Geld in der Weberstadt

Goch.  Goch wird als Einkaufsstadt immer beliebter: Laut den neuesten Zahlen der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) liegt die Zentralitätskennziffer der Weberstadt bei mittlerweile 124,3. Die Zahl gibt – verkürzt gesagt – an, wie attraktiv eine Stadt zum Einkaufen ist. Liegt der Wert unter 100, wandern die Bürger ab, um ihre Einkäufe zu erledigen. Liegt er darüber, zieht der Einzelhandel auch auswärtige Shopper an. In Goch ist der Wert zum fünften Mal in Folge gestiegen – im Vergleich zum Vorjahr um satte 5,6 Prozentpunkte.

Erfreuliche Entwicklung

„Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“, sagt Rüdiger Wenzel. Verantwortlich für den positiven Trend sind für den Gocher Wirtschaftsförderer vor allem zwei Faktoren: „Einerseits ist es uns auch dank des Werberings gelungen gelungen, den Gochern klarzumachen, dass es sich lohnt hier einzukaufen.“ Wenzel führt exemplarisch die Imagekampagne „Heute schon Gegocht“ an. „Solche Aktionen sind immens wichtig, um die Bürger auf den heimischen Einzelhandel aufmerksam zu machen.“

Andererseits gebe es aber auch „einen deutlichen Kaufkraftzufluss von Besuchern, Touristen und Gästen vor allem aus den Niederlanden.“ Die kämen gezielt zum Einkaufen nach Goch, was durch Umfragen belegt sei. Das Einzugsgebiet im Nachbarland reiche bis hinter Boxmeer und nördlich bis nach Cuijk. „Der Großraum Nimwegen orientiert sich mehr nach Kleve und das Gebiet um Venray nach Kevelaer und Geldern. aber auch dort schöpfen wir Rahm ab“, sagt Wenzel.

Neben den reinen Einkaufsgästen, die meist einen Tag in der Weberstadt verbringen, seien die Reisemobiltouristen eine weitere wichtige Gruppe für den Einzelhandel. Derzeit sind über 200 Reisemobilisten zur sechsten Wallfahrt in der Stadt. 15 000 Fahrzeuge seien es pro Jahr, sagt Wenzel. „Wenn man bedenkt, dass ein Reisemobilist statistisch zwischen 35 und 42 Euro täglich ausgibt, zeigt das die Bedeutung dieser Gruppe.“

Natürlich, und da will sich Wenzel nicht mit fremden Federn schmücken, sei der Positivtrend auch einer guten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu verdanken. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Goch lag 2012 etwa bei 7822; im Jahre 2005 waren es noch 7098. „Es werden aber auch wieder schlechtere Zeiten kommen, deswegen müssen wir weiter arbeiten.“

Die größten Herausforderungen seien es deswegen, Leerstand verhindern und einen guten Branchenmix zu bieten. Beim Kampf um mögliche Interessenten sei die Zentralitätskennziffer dabei ein wichtiges Argument und ein Standortfaktor. Denn: „Jeder Kaufmann weiß, was sich dahinter verbirgt.“

 
 

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