Die Bürger ins Boot holen

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Foto: NRZ
Sonja Northing setzt im Wahlkampf unter anderem auf mehr Bürgerbeteiligung, mehr Wertschätzung für Kultur und einen Ausbau der Kinderbetreuung

Kleve..  Offen möchte sie sein, klar und herzlich. Sonja Northing, die Bürgermeisterkandidatin von SPD, FDP und Offene Klever, setzt im Wahlkampf in erster Linie auf den Persönlichkeitsfaktor. Noch bevor sie auf ihre Wahlkampfthemen zu sprechen kam, war es der Kandidatin wichtig zu betonen: „Es kommt für mich auf die Haltung an. Wie man mit Menschen umgeht und ob man sich tatsächlich für andere interessiert“, sagte sie im Gespräch mit der Klever Presse. Sie wolle als Bürgermeisterin Klarheit geben und für einen größeren Optimismus in der Stadt kämpfen. Mit fünf Themen möchte Northing in den Wahlkampf ziehen: Bürgerbeteiligung, Wirtschaft, Kultur, Kinderbetreuung und Verkehr.

Beim Thema Bürgerbeteiligung möchte Northing die Verwaltung noch weiter öffnen und die Bürger an politischen Entscheidungen ausdrücklich auch beteiligen. Bewusst unterscheidet sie hier die Bürgerinformation: „Es sollte selbstverständlich sein, dass man Bürger informiert“, so Northing. Sie wirbt für ein Gesamtkonzept und möchte alle Verwaltungsbereiche auf den Prüfstand stellen, inwieweit man die Bürger noch mehr beteiligen kann und welche Beteiligungsformen gewünscht und überhaupt möglich sind.

Kulturforum gewünscht

Beim Thema Wirtschaft drängt Northing auf eine Zusammenlegung von Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft sollte künftig auch die Grundstücksvermarktung übernehmen und ein noch stärkeres Bindeglied zwischen der Hochschule und der örtlichen Wirtschaft sein. Ob das Technologiezentrum auch in Zukunft an der Boschstraße fortgeführt werden soll, bezweifelt Northing. Sie wünscht sich mehr Nähe zur Hochschule.

Wichtig ist ihr das Thema Kultur. Northing wünscht sich eine bunte Kulturszene in Kleve. Ihr zentrales Anliegen ist die Schaffung einer Plattform für Kulturschaffende. In Kleve fehlen Lokalitäten für 200 bis 300 Besucher, so Northing. Auch Pop-Musik sei Kultur, betonte sie – und ergänzte: „Die Klassik ist die Pop-Kultur der Vergangenheit.“ Sie wünsche sich ein Podium ähnlich wie das neue Doornroosje am Bahnhof in Nimwegen, welches von der Stadt finanziell getragen wird.

Bei der Kinderbetreuung möchte sie die Randzeiten stärken. Die bisherigen Öffnungszeiten von 7 bis 17 Uhr seien oft nicht mit dem Arbeitsleben vereinbar. Die Randzeiten könnte man mit Tagesmüttern abdecken. Hier sieht Northing auch ein verstärktes Engagement der örtlichen Wirtschaft.

Beim Thema Verkehr peilt die Bürgermeisterkandidatin ein Gesamtkonzept an, um die grundsätzlichen Verkehrsprobleme in der Stadt anzupacken. Kleve benötige keine Insellösungen für Fahrräder, Autos oder Busse, sondern ein „kluges Konzept“, so Northing.

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